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  • Depressionen und psychosomatische Störungen bei Behinderung/chronischer Erkrankung als Thema im Fokus der SelbsthilfeDepressionen und psychosomatische Störungen bei Behinderung/chronischer Erkrankung im Fokus der Selbsthilfe unter genderspezifischen Aspekten

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2012

Untersuchung zur positiven Wirkung von Empowerment – Training

Zu einem selbstbestimmten Leben gehört das Gefühl, sein Leben gut bewältigen zu können. WissenschaftlerInnen nennen dieses Empfinden Kohärenzgefühl (Sense of Coherence = SOC). Prof. Dr. Gisela Hermes von der Fakultät Soziale Arbeit und Gesundheit der HAWK Hildesheim hat in einer Studie bei einer Gruppe von an MS (Multiple Sklerose) erkrankten Menschen eine Steigerung des SOC Wertes festgestellt, nachdem diese ein einjähriges Empowerment – Training durchlaufen hatten.
Sie plädiert für ein flächendeckendes Angebot von Empowerment – Kursen als Maßnahme zur Umsetzung der Forderung der UN – Behindertenrechtskonvention nach Inklusion und Selbstbestimmung von Menschen mit Behinderung.
Das NetzwerkBüro wird dem Thema Empowerment sein diesjähriges Plenum widmen. Näheres dazu in Kürze auf dieser Homepage.
Mehr zu Empowerment – Trainings und zur Studie unter

www.lebensnerv.de

Frauen mit Behinderung zu einem weit höheren Anteil von Gewalt betroffen als der Durchschnitt der weiblichen Bevölkerung

Erste repräsentative Untersuchung über die Lebenssituation, Belastungen, Diskriminierungs- und Gewalterfahrungen von behinderten Frauen in Deutschland

Die vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) in Auftrag gegebene Untersuchung wurde 2011 durchgeführt von der Universität Bielefeld, Fakultät für Gesundheitswissenschaften und Interdisziplinäres Zentrum für Frauen- und Geschlechterforschung (IFF). Repräsentativ befragt wurden 1.561 Frauen zwischen 16 und 65 Jahren, davon 800 Frauen in Haushalten und 420 Frauen in Einrichtungen (318 Frauen mit sog. geistiger Behinderung, 102 Frauen mit vorw. psychischen Behinderungen). Darüber hinaus wurde eine nicht repräsentative Zusatzbefragung von 341 seh-, hör- und schwerstkörper-/mehrfach behinderten Frauen durchgeführt.

Eine qualitative Befragung von 31 von Gewalt betroffenen Frauen mit unterschiedlichen Behinderungen lieferte vertiefende Erkenntnisse über das individuelle Gewalterleben und Erfahrungen mit Unterstützung.

Erste Ergebnisse der Studie wurden nun von der Universität Bielefeld veröffentlicht. Sie bestätigen die Erfahrungen aus der Praxis von Fachberatungsstellen: Frauen mit Behinderung sind zu einem weit höheren Anteil in ihrem Leben von Gewalt, Übergriffen und Diskriminierung betroffen als der Durchschnitt der weiblichen Bevölkerung.
Auffällig sind die hohen Belastungen durch sexuelle Gewalt in Kindheit und Jugend, die sich im Erwachsenenleben fortsetzen.
Die Studie belegt darüber hinaus, dass personale Gewalt häufig eingebettet ist in ein System struktureller Diskriminierung.
Ebenso bergen geschlossene Systeme wie Wohn- und Werkstätten ein Risiko von gewalttätigen Übergriffen, die unentdeckt bleiben.
Die Studie untersuchte auch die Möglichkeiten des Zugangs der Frauen zu Unterstützungs- und Schutzangeboten. Diese sind wenig bedarfsgruppengerecht sowie hochschwellig u.a. durch mangelnde Barrierefreiheit sowohl in baulicher als auch in kommunikativer Hinsicht.
Aus den Ergebnissen der Studie resultiert eine Vielzahl von Handlungsanforderungen, die den Handlungsbedarfen zur Umsetzung der UN - Behindertenrechtskonvention entsprechen. Dazu gehört neben einem nachhaltigen Abbau von Gewalt und Diskriminierung gegenüber Frauen mit Behinderung durch gezielte Bewusstseins- und Öffentlichkeitsarbeit die Entwicklung zielgruppenspezifischer Präventions-, Unterstützungs- und Interventionsmaßnahmen.