Die UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) gilt nun schon seit 17 Jahren in Deutschland. Deutschland hat damit auch zugesagt, etwas gegen Gewalt gegen Frauen und Mädchen mit Behinderung zu unternehmen.
Gerade gab es viele Demonstrationen gegen sexualisierte digitale Gewalt. Collien Fernandes kämpft schon seit Jahren dagegen, dass Fotos von ihr missbraucht werden. Wir unterstützen diese Aktionen ausdrücklich. Gut, dass jetzt viele Menschen über solche Gewalt durch künstlich erstellte Fotos und Videos sprechen.
Für uns ist klar: Frauen und Mädchen mit Behinderung sind von digitaler Gewalt besonders betroffen – und haben oft schlechtere Schutzmöglichkeiten. Viele von euch kennen das aus der Praxis:
- Informationen zu Datenschutz, Schutz oder Hilfe sind schwer zugänglich.
- Im Rechtssystem stoßen Betroffene auf Barrieren oder werden nicht ernst genommen.
- Manche suchen keine Hilfe aus Angst, Geräte oder Internetzugang zu verlieren.
Gleichzeitig wird der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) in Pflege, Assistenz und Verwaltung vorangetrieben – oft ohne unsere Perspektiven ausreichend zu berücksichtigen.
Unsere zentralen Forderungen:
- Verständliche, barrierefreie Infos zu Chancen und Risiken von KI – für uns und auch für Unterstützungspersonen.
- Mehr Aufklärung zu digitaler Gewalt (z. B. Betrug, Schockanrufe, sexualisierte Gewalt, Deepfakes).
- Barrierefreie Aktionen und Materialien bei Kampagnen gegen digitale Gewalt.
Wichtig für unsere politische Arbeit:
Der Schutz vor digitaler Gewalt ist staatliche Aufgabe. Er darf nicht bei Kostenträgern oder Einrichtungen „abgeladen“ werden.
Wir fordern besonders vom Land NRW:
- Eine klare, langfristige Strategie (auch über Wahlperioden hinaus).
- Gute Verzahnung mit dem Gewalthilfegesetz und dem Aktionsplan zur Istanbul-Konvention.
Gewalt gegen Frauen mit Behinderung – auch in Einrichtungen – bleibt ein zentrales Thema unserer Arbeit. Digitale Gewalt gehört klar dazu.