Der neue Infobrief ist da!

Liebe Netzwerk-Frauen,

im Bund und in Nordrhein-Westfalen werden zurzeit Reformen und Kürzungen diskutiert.
Viele von uns fragen sich:
Was bedeutet das für unser Leben?
Werden Unterstützungsangebote wegfallen?
Wird Teilhabe schwieriger?

Als kleines Frauen-Netzwerk müssen wir mit anderen zusammenarbeiten.
Wir stärken uns gegenseitig, wir schließen uns zusammen – und wir sprechen mit der Politik.
In unserem Heft über die ersten 30 Jahre Netzwerk erzählen wir über Kämpfe und Erfolge.
Wir hoffen, dass es auch Mut macht, weiter aktiv zu bleiben!
Die Rechte von Frauen mit Behinderungen dürfen nicht übersehen werden.

Wir wünschen euch viel Freude beim Lesen! Herzliche Grüße

Claudia Seipelt-Holtmann, Gertrud Servos
Eure Netzwerk-Sprecherinnen

Neu im Netzwerkbüro

Hallo, ich bin Nena!
Vielleicht kennt ihr mich schon von Instagram.
Von mir kommen nämlich unsere Beiträge auf Instagram, auf @die_netzwerkerinnen, also unsere „Postings“.
Seit März arbeite ich als Referentin für Öffentlichkeitsarbeit im NetzwerkBüro.

Ich bin in Wien aufgewachsen.
Dort war ich daran gewöhnt, dass die Infrastruktur überwiegend barrierefrei ist.
Das heißt zum Beispiel: An jeder U-Bahn-Haltestelle funktionieren die Aufzüge.
Seit ich in Deutschland lebe, sehe ich gerade im Nahverkehr viel mehr Barrieren und merke, wie sehr sie viele Menschen im Alltag einschränken.

Mich interessieren besonders diese Themen:

  • Teilhabe für alle Menschen
  • Projekte, bei denen Jung und Alt zusammenarbeiten
  • Die Frage: Wie gestalten wir unsere Städte so, dass alle Menschen willkommen sind?
  • Habt ihr Ideen für Beiträge auf Instagram oder Facebook?
    Dann schreibt mir gerne:
    nena.aichholzer@lag-selbsthilfe-nrw.de

Praktikantin Anahita im Landtag

Im Mai hat uns Anahita unterstützt.
Sie studiert Politikwissenschaften. Sie wollte unsere Arbeit kennenlernen.
Anahita war Ende Mai für uns im Landtag in Düsseldorf.
Dort sprach sie mit Politiker*innen über die Lebenssituation von Frauen mit Behinderungen.

Sie stellte Fragen zu:

  • Arbeit und Beschäftigung
  • Barrierefreiheit
  • Unterstützung im Alltag
  • Schutz vor Gewalt

Besonders in Erinnerung geblieben ist ihr dieses Zitat von Anja Butschkau (SPD):

„Ganz wichtig finde ich Role Models.
Also Vorbilder, die zeigen: Es geht! Du musst dich nur trauen.
Und du musst Menschen finden, die dich begleiten und unterstützen.
Der Weg ist vielleicht nicht einfach, aber er ist möglich.“

Sparpapier

Viele Menschen mit Behinderung haben derzeit Sorge vor Kürzungen. Anlass ist ein sogenanntes „Sparpapier“.

Wir fragten das Assistenz-Kollektiv: Worum geht es in dem Papier? Das Assistenz-Kollektiv ist eine aktive Initiative aus Köln. Es organisiert z.B. Aktionen zusammen mit Lebenshilfe oder SoVD und erklärt der Politik: Das bedeuten Kürzungen für uns!

Ein Gastbeitrag vom Assistenz Kollektiv Köln e.V.

Persönliche Assistenz bedeutet:
Andere Menschen helfen mir im Alltag.
So kann ich selbst entscheiden, wie ich leben will.
Die Regierung will jetzt Geld sparen.
Sie will weniger Geld für die sogenannte Eingliederungshilfe geben.

Eingliederungshilfe ist Geld oder Unterstützung für Menschen mit Behinderung.
Das ist kein kleines Problem.
Es geht um ein Recht für alle Menschen.
In einem wichtigen Vertrag steht das.
Der Vertrag heißt: UN-Behinderten-Rechts-Konvention.
In Artikel 19 steht:
Menschen mit Behinderung dürfen selbst bestimmen, wie sie leben.
Sie brauchen dafür genug Unterstützung.
Wer weniger Geld gibt, bricht diesen Vertrag.

Frauen und Kinder mit Behinderung leiden besonders.
Sie werden oft mehrfach benachteiligt.
Das nennt man: Mehrfach-Diskriminierung.
Sie treffen oft auf viele Hindernisse.
Wenn jetzt weniger Geld für Hilfe da ist, wird das Problem noch größer.

Die Eingliederungshilfe ist wichtig für alle Menschen.
Denn jeder Mensch kann eine Behinderung bekommen.
Zum Beispiel durch einen Unfall oder eine Krankheit.
Die Hilfe schützt uns alle.
Die Regierung muss nicht sparen.
Die Regierung will sparen.
Es gibt andere Möglichkeiten.
Man könnte zum Beispiel sehr reiche Menschen stärker an Kosten beteiligen.
Aber die Regierung macht das nicht.
Wir finden das nicht richtig.
Wir kämpfen gegen die Kürzungen.
Wir kämpfen gemeinsam für unsere Rechte.

Von Esra Kalkan (Gekürzt vom NetzwerkBüro)

Kontakt: e.kalkan@assistenz-kollektiv.de

AK „Leise war gestern – Laut ist heute“ Mobil sein bedeutet Teilhabe!

Für viele Frauen mit Behinderungen ist Mobilität ein wichtiges Thema.
Wer sich frei bewegen kann, kann Freund*innen treffen, zur Arbeit fahren, Veranstaltungen besuchen oder verreisen.
Doch oft gibt es noch viele Barrieren.
Im Arbeitskreis sprachen wir darüber:
Welche Erfahrungen machen wir im Alltag und was muss sich ändern?

Fikria sagt:

„Mobilität bedeutet für mich Freiheit und Teilhabe. Wenn Menschen mit Behinderung nicht selbstständig unterwegs sein können, werden sie oft ausgeschlossen. Barrieren gibt es leider noch viele – zum Beispiel bei öffentlichen Verkehrsmitteln, Gebäuden oder im Alltag. Mobilität darf kein Luxus sein, sondern sollte für alle Menschen selbstverständlich möglich sein.“

Viele Frauen aus dem Netzwerk kennen ähnliche Situationen:

  1. Aufzüge sind kaputt.
    Informationen sind schwer verständlich.
    Bahnsteige und Haltestellen sind nicht barrierefrei.
    Unterstützung ist nicht immer verfügbar.

Auch bei der Demonstration zum Europäischen Protesttag am 5. Mai in Essen war Mobilität ein wichtiges Thema. Gemeinsam mit vielen anderen Menschen haben wir für Inklusion und gesellschaftliche Teilhabe demonstriert.

Entlang der Demonstrationsroute wurde auf Barrieren aufmerksam gemacht, die Menschen mit Behinderungen jeden Tag erleben. Dabei ging es auch um die Frage: Wie können Menschen am gesellschaftlichen Leben teilnehmen, wenn sie nicht selbstständig von A nach B kommen?

Die Botschaft war klar: Barrierefreiheit ist die Voraussetzung für Teilhabe.

Besonderes Thema: Wie geht es Menschen mit unsichtbaren Behinderungen oder chronischen Erkrankungen im Nahverkehr?

Auch sie erleben viele Hindernisse im Alltag.
Deshalb setzen wir uns gemeinsam für einen barrierefreien öffentlichen Nahverkehr ein.
Mobilität bedeutet Freiheit, Selbstbestimmung und die Möglichkeit, am Leben teilzuhaben.

Was wünschen wir uns?

  • Barrierefreie Bahnhöfe und Haltestellen
    Verlässliche Informationen in Leichter Sprache
    Funktionierende Aufzüge
    Mehr Unterstützung für Reisende mit Behinderungen
    Eine Mobilität, die für alle Menschen zugänglich ist

Gemeinsam sichtbar werden

5. Mai: Protesttag in Essen

Ihr wisst ja: Am Europäischen Protest-Tag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen waren wir auf der Demo in Essen.

Die Demonstration wurde von Netzwerk-Frau Fikria super organisiert. Dafür möchten wir uns herzlich bedanken!

Gemeinsam mit vielen anderen Menschen haben wir deutlich gemacht:
Barrieren müssen abgebaut werden.
Frauen mit Behinderungen müssen gehört werden.
Teilhabe ist ein Menschenrecht.
Besonders wertvoll war der Austausch mit anderen Selbstvertretungsgruppen.
Viele Menschen erleben ähnliche Herausforderungen.
Wir haben gesehen, dass wir mit unseren Forderungen nicht allein sind.
Das macht Mut und gibt uns Kraft für die weitere politische Arbeit.

5. Mai: Besuch im Ausschuss für Inklusion, Gleichstellung und Soziales

Beim Ausschuss für Inklusion, Gleichstellung und Soziales in Beckum
gab es für uns eine Überraschung:
Tanja Gudd, Frauenbeauftragte der Freckenhorster Werkstätten, hatte von der Sitzung erfahren und kam, um ihre Forderungen zum Protesttag vorzustellen.
Nach kurzer Rücksprache war klar: Das wird unterstützt.
Nicht jeder Ausschuss erlaubt so kurzfristige „Mini-Demos“, deshalb hat uns das sehr gefreut!
Tanjas Botschaften waren deutlich:

  • Menschenrechte sind nicht verhandelbar!
  • Teilhabe ist ein Menschenrecht!
  • Das Grundgesetz gilt für uns alle!

12. Juni: 30 + 1 Jahre Landesbehindertenrat NRW

Der Landesbehindertenrat NRW (kurz: LBR) vertritt die Interessen von Menschen mit Behinderungen gegenüber Politik und Verwaltung.
Das nennen wir „Selbstvertretung“.
In diesem Jahr feiert der LBR sein Jubiläum: 30 + 1 Jahre!
Die Selbstvertretung hat in den vergangenen Jahren für Verbesserungen bei Teilhabe, Barrierefreiheit und Mitbestimmung gekämpft.

Auch für uns ist diese politische Arbeit wichtig.
Das Netzwerk hat den LBR mitgegründet und ist im Vorstand aktiv.
Denn Veränderungen entstehen nur, wenn wir unsere Erfahrungen einbringen und gemeinsam für unsere Rechte eintreten.
Gertrud und Claudia waren Vorsitzende und stellvertretende Vorsitzende.

Netzwerk-Treffen: Austausch, Unterstützung und neue Ideen

Unsere Netzwerk-Treffen finden weiterhin jeden letzten Mittwoch im Monat statt.
Dort sprechen wir über Themen, die uns bewegen. Wir tauschen Erfahrungen aus, unterstützen uns gegenseitig und entwickeln neue Ideen.
Beim letzten Treffen ging es unter anderem um:
Diskriminierungserfahrungen von Frauen mit Behinderungen
Barrierefreiheit im Alltag und im Sport
Arbeit und Berufschancen für Menschen mit Behinderungen
Ehrenamtliches Engagement und persönliche Zukunftspläne
Besonders schön: Wie sich die Netzwerk-Fragen Mut gemacht haben.

Eine Teilnehmerin sagte:

„Ich freue mich jedes Mal auf das Treffen. Hier kann ich offen sprechen und merke, dass ich mit meinen Erfahrungen nicht allein bin.“

Die Treffen werden aktuell meist vom NetzwerkBüro moderiert:
„Moderiert“, das heißt: den Zoomraum öffnen und darauf achten, dass alle Frauen etwas sagen können.
Wenn ihr Lust habt, könnt ihr auch selbst die Moderation übernehmen.
Wir freuen uns über neue Ideen und Perspektiven.

Fortbildungs-Tipps: Beratung und Computer

Wir haben drei Tipps für Fortbildungen.
Wir kennen Frauen, die sie sehr gut fanden.

Die ISL startet Anfang 2027 die bekannte Fortbildung „Peer Counseling“.
Peer Counceling bedeutet:
Menschen mit Behinderung beraten andere Menschen mit Behinderung.
Die Fortbildung findet in Thüringen statt.
Die Teilnehmer*innen kommen aus ganz Deutschland.

Im September startet eine Fortbildung zur Peer-Beratung.
Sie findet in Dortmund oder Köln statt.
Ellen Romberg und Martina Jünger leiten die Fortbildung.

Das Projekt Fempower der BAG Selbsthilfe bietet kostenlose online Trainings an:
Computer-Kurse für Frauen mit Behinderungen. Und eine Fortbildung zur Trainerin.

Möchtet ihr mehr wissen? Dann meldet euch im NetzwerkBüro.

Netzwerk aktiv Bei diesen Aktionen könnt ihr mitmachen:

  1. Netzwerk-Treffen per Zoom mit Erzählen und Austausch im kleinen Kreis: jeden letzten Mittwoch im Monat von 17 – 18 Uhr
  2. Arbeitskreis „Leise war gestern – Laut ist heute“, per Zoom: Alle zwei Monate am Donnerstag von 17 – 19 Uhr.
  3. Netzwerk-Aktion beim NRW-Tag in Münster: 28. bis 30. August
  4. Plenum in Münster am 24. Oktober
  5. Landtagsbesuch am Tag gegen Gewalt gegen Frauen, Mittwoch, 25. November

Hinweise auf Angebote von Anderen

  1. Peer Counseling Weiterbildung 2027
  2. Fortbildung „Peer-Beratung“ 2026
  3. Fempower digital-fit – Computer-Weiterbildung für Frauen mit Behinderungen

Schreibt uns oder sagt uns, was euch interessiert. Euer Name und die Nummer der Aktion (oder von mehreren Aktionen) reicht. Dann bekommt ihr mehr Informationen von uns!

Mail: info@netzwerk-nrw.de

Post-Adresse und Telefon-Nummer stehen unten.