Projekte

  • LauterStarke FrauenProjekt zur Prävention und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen mit Behinderung und chronischer Erkrankung
  • Depressionen und psychosomatische Störungen bei Behinderung/chronischer Erkrankung als Thema im Fokus der SelbsthilfeDepressionen und psychosomatische Störungen bei Behinderung/chronischer Erkrankung im Fokus der Selbsthilfe unter genderspezifischen Aspekten

Aktuelles

Lokale Einbindung von Werkstatt-Frauenbeauftragten hilfreich auch für Gewaltschutzarbeit

„Davon profitieren alle!“

Acht Frauen in einem Saal sitzen im Abstand im Kreis und diskutieren. In der Mitte ist ein Mikrofon zu sehen.
Die Frauen aus dem Solinger Netzwerk und Projektreferentin Elena Doudis (2. von Links)

Frauen-Beauftragte von Werkstätten eingebunden in ein lokales Netzwerk – als gutes Beispiel hat das NetzwerkBüro NRW ein Solinger Frauen-Netzwerk zu einem Treffen am 17. September eingeladen. Es kamen Werkstatt-Frauen-Beauftragte, Gleichstellungs-Beauftragte und Frauen-Beraterinnen, um über Hürden und Erfolge der lokalen Zusammenarbeit zu sprechen.

„Wir wollen Frauen in Wohneinrichtungen und Werkstätten sowie die lokale Beratungslandschaft in einem gegenseitigen Öffnungsprozess unterstützen“, so Elena Doudis, Projekt-Referentin von Sicher, Stark und Selbstbestimmt, kurz „SiStaS“ genannt. „Nur so können wir die gesellschaftliche Teilhabe von Frauen in Einrichtungen stärken“. „SiStaS“ wird seit 2018 als Projekt des NetzwerkBüros Frauen und Mädchen mit Behinderung / chronischer Erkrankung NRW vom Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes NRW gefördert.

Bereits Ende 2018 hatte „SiStaS“ u.a. die Solinger Frauen zu einem regionalen Vernetzungstreffen eingeladen. Beim aktuellen Treffen waren sich alle Frauen einig: Das in Leichter Sprache durchgeführte Vernetzungstreffen hatte Barrieren in der Zusammenarbeit abgebaut, die weitere Kooperation gefördert und zu gestiegenen Beratungszahlen geführt. Ein Beispiel, das Schule machen sollte!

Klar wurde: Frauen-Beauftragte und Gleichstellungs-Beauftragte kämpfen oft mit ähnlichen Hürden, zum Beispiel wenn sie ohne Rückendeckung der Leitung oder als Einzelkämpferin arbeiten. Umso wichtiger, so die Teilnehmerinnen, sich gegenseitig den Rücken zu stärken. Dabei können auch schon kleine Gesten viel dazu beitragen, dass die Frauen-Beauftragte der Werkstatt sich in ihrem neuen Arbeitsfeld willkommen fühlt und alle ihre Stärken in der Zusammenarbeit einbringen kann.

„Auch wenn es Ähnlichkeit zur Arbeit der Gleichstellungs-Beauftragten gibt“, so gab Elena Doudis zu bedenken, „so haben Frauen-Beauftragte doch immer noch mit besonderen Herausforderungen zu kämpfen“. Zugleich wies sie darauf hin, dass es im gerade veröffentlichten Teilhabebericht NRW eine große Leerstelle gibt: die Situation von Frauen in Wohneinrichtungen und Werkstätten. „Daher betonen wir in unserer Arbeit die Herausforderungen, vor denen die Werkstatt-Frauenbeauftragten im Alltag stehen. Wir sehen aber auch: Wo es gelingt, sie einzubinden, schätzen die lokalen Netzwerke die Frauenbeauftragten sehr und profitieren von der Zusammenarbeit!“

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Presse-Mitteilung und Kurz-Info in Leichter Sprache

Frauen mit Behinderung: Kein Recht auf gynäkologische Versorgung?

Eine gezeichnete Version einer prostestierenden Frau im Rollstuhl
Für eine bessere gynäkologische Versorgung von Frauen und Mädchen mit Behinderungen / chronischen Erkrankungen

Darum geht es, in Leichter Sprache:
Die Behinderten-Beauftragten aus Bund und Ländern fordern:
Arztpraxen sollen barrierefrei werden.
Das finden wir als Netzwerk sehr wichtig.

Viele Frauen mit Behinderung finden keine Frauenarzt-Praxis.
Zum Beispiel weil sie sich nicht auf den gynäkologischen Stuhl setzen können.
Oder weil sie mit Rollstuhl nicht in die Praxis kommen.

Auf Facebook haben uns Frauen geschrieben:
Oft suchen die Ärzt*innen gar nicht nach Lösungen.

Aber: Alle Frauen haben ein Recht auf eine Untersuchung.
Und ein Recht über ihren Körper Bescheid zu wissen.
Nur dann können die Frauen auf ihre Gesundheit aufpassen.

Wir fordern Lösungen für Frauen mit Behinderung:
- von Politiker*innen
- von den Krankenkassen
- von Ärzt*innen.

Unsere Presse-Mitteilung vom August:
Das Netzwerk Frauen und Mädchen mit Behinderung / chronischer Erkrankung NRW begrüßt die Forderung der Behindertenbeauftragten aus Bund und Ländern vom 7.8.2020, die „Barrierefreiheit von Arztpraxen weiter durchzusetzen“. Das Netzwerk vertritt seit 25 Jahren im Sinne des Ansatzes „Nicht ohne uns über uns“ die Interessen von Frauen und Mädchen mit Behinderung / chronischer Erkrankung in Politik, Verwaltung und Gesellschaft innerhalb von Nordrhein-Westfalen. Auch die Gesundheit und medizinische Versorgung von Frauen ist ein Kernthema der Netzwerkarbeit.
„Das ist ein Skandal. Jede Frau hat ein Recht auf gynäkologische Versorgung“, so Claudia Seipelt-Holtmann, eine der Netzwerk-Sprecherinnen. „Schon bei Netzwerk-Gründung von 25 Jahren haben wir eine barrierefreie gynäkologische Versorgung für alle Frauen gefordert.“

Das NetzwerkBüro verfasste auf den sozialen Medien einen Post dazu, der breite Resonanz erfuhr – es wurde schnell klar, dass auch andere Frauen mit Behinderung dieses Problem sehr gut kennen. Nicht alle Frauen finden Lösungen, was in der Folge bei vielen Frauen mit Behinderung zu einer schlechteren Grundversorgung und Prävention führt.

Insbesondere selbstbestimmte Sexualität, Kinderwunsch und der Umgang mit dem eigenen Körper werden in der Debatte um die medizinische Versorgung von Menschen mit Behinderung ohnehin oft nur als Randthema behandelt. Für Frauen und Mädchen mit Behinderung ist jedoch die gynäkologische Versorgung ein Bereich, in dem viele spezifische Probleme und Bedürfnisse zusammenkommen. Nicht zuletzt bedeuten umfangreiches Wissen und gute Versorgung in diesem Bereich auch Prävention und Opferschutz im Bereich Gewalt.

Das Netzwerk ruft in seinem Jubiläumsjahr Akteur:Innen im Land und in den Kommunen dazu auf, alles dafür zu tun, dass Praxen und Krankenhäuser kurzfristig flexible Lösungen möglich machen. Diese Lösungen müssen sich an den Bedürfnissen der Patient:Innen orientieren.  Mittelfristig müssen die Krankenhäuser und Praxen alle nötigen Änderungen vornehmen, die das Menschenrecht auf gute ärztliche Versorgung auch für Frauen mit Behinderung umsetzen. 

Zugleich geben wir zu bedenken, dass es in vielen Praxen auch an der Einstellung liegt, wenn Frauen mit Behinderung nicht oder nicht in der richtigen Qualität behandelt werden. Ihre Probleme und ihre praktischen Vorschläge werden oft ignoriert. Diese Einstellungsproblematik lässt sich nicht durch die Unterstützung baulicher Maßnahmen beheben.

Deshalb fordert das Netzwerk, dass sich die Kassenärztlichen Vereinigungen bei dieser Frage von der Selbsthilfe und den Zusammenschlüssen der Menschen mit Behinderungen beraten lassen. Menschen mit Behinderungen und ihre Organisationen sollen außerdem auch im Rahmen von Schulungen und Fortbildungen für medizinisches Fachpersonal stärker eingebunden werden.

Literatur zum Weiterlesen:

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Netzwerktreffen in Wesel zeigt Auswirkungen des Lockdowns auf Frauen mit Behinderung

Frauenbeauftragte aus Werkstätten weiter stärken und vernetzen!

Vertreterinnen von NetzwerkBüro NRW und KoKoBe Wesel, zwei Werkstatt-Frauenbeauftragte, eine Frauen-Beraterin und das Team des Medienprojekts Wuppertal.

Beim "Treffen des Netzwerks für die Frauenbeauftragten" in Wesel am 1. September wurden nicht nur die negativen Begleiterscheinungen der Corona-Schutzmaßnahmen eindrücklich beschrieben. Es wurden auch positive Zukunftspläne gemeinsam geschmiedet.

Die KoKobe Wesel hatte im Anschluss an ein vom netzwerkBüro initiiertes Vernetzungstreffen die Federführung übernommen und die Teilnehmer*innen zu einem Folgetreffen im September 2019 eingeladen. Nachdem die 3. Sitzung wegen der Corona-Schutzmaßnahmen verschoben werden musste, konnten sich nun auf Einladung des NetzwerkBüros NRW wieder Frauenbeauftragte, Unterstützerinnen und andere Netzwerkpartner*innen in der Niederrheinhalle in Wesel treffen. Unter Einhaltung der Sicherheitsvorschriften und begleitet durch ein Filmteam, wurde ausgetauscht, wie die Frauen den Lockdown erlebt haben, was sich für ihre ehrenamtliche Arbeit und auch für die Frauen in den Werkstätten geändert hat, und welche Pläne es gibt.

Das mehrmonatige Betretungsverbot der Werkstätten haben viele der dort arbeitenden Frauen (und Männer) mit Beeinträchtigung als sehr einschneidend empfunden. Manche Frauen waren in dieser Zeit sehr einsam. Andere waren mit einer zentralen Herausforderung vieler Frauen in NRW, dem Home Schooling, konfrontiert. Aber auch jetzt noch sei es ein schwieriges Arbeiten in den Werkstätten. So dürften sich die Beschäftigten nur noch in kleinen Gruppen sehen, wodurch ein Großteil des sozialen Austausches wegfalle.

Die Frauenbeauftragten tauschten sich über gute Erfahrungen in ihrer Arbeit aus – bspw. darüber, wie sich Frauen gut erreichen lassen und welche Beratungsbedarfe es gibt. Eine der Frauenbeauftragten, Eileen Köning, berichtete zudem: Sie arbeitet in einer der ersten Werkstätten, die die neue Rahmenvereinbarung des Landes NRW bereits unterzeichnet hat. Sie selbst hatte die Rahmenvereinbarung mit unterzeichnet. Diese Vereinbarung soll dazu beitragen, die Qualität der Arbeit und das gewaltfreie Arbeiten in Werkstätten in NRW zu gewährleisten, und enthält eine Selbstverpflichtung zu einem Gewaltschutzkonzept.

Die Teilnehmerinnen betonten, wie wichtig es sei, auch in Corona-Zeiten Gelegenheit zum Austausch zu bekommen, und wünschten weitere Angebote, besonders auch für Frauenbeauftragte.

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Wir erklären im Video, warum wir unsere Veranstaltungen so gründlich vorbereiten.

Projekt SiStAS: Gute Vernetzung braucht Vorbereitung

Ein Bildschirmfoto mit der Frauenbeauftragten
Hier ein Bildschirmfoto aus dem Video

Das "Vernetzungs-Treffen für Frauenbeauftragte" trifft sich wieder in Wesel am 1. September. Dieses Treffen ist eine von mehreren Folge-Aktivitäten eines ersten Vernetzungs-Treffens im Westmünsterland im April 2019.

Ursprünglich wurde die Zusammenarbeit durch das NetzwerkBüro Frauen und Mädchen mit Behinderung / chronischer Erkrankung NRW (kurz: NetzwerkBüro NRW) als Unterstützung für Frauenbeauftragte in Werkstätten angestoßen. Mit unserem Projekt „Sicher, Stark und Selbstbestimmt“ hatten wir im Frühjahr 2019 nämlich zu diesem ersten Vernetzungstreffen nach Wesel eingeladen. Es kamen viele Frauen (und einige Männer) aus 3 Kreisen im Westmünsterland.

So konnten sich Frauenbeauftragte aus Werkstätten im regionalen Kreis mit Frauenberaterinnen, Gleichstellungsbeauftragten, Vertreter*innen der kommunalen Verwaltung oder Inklusionsbeauftragten austauschen.

Vor dem Treffen am 1.9. in Wesel besuchen wir eine neu gewählte Werkstatt-Frauenbeauftragte. auch sie soll sich willkommen führlen in diesem Kreis und sich gut beteiligen können. Das Video erklärt, warum und wie wir so ein Treffen vorbereiten. Außerdem stellen wir drei Frauen aus Wesel vor. Viel Spaß!

klickt hier zum Video über "Gute Vernetzung bracuht gute Vorbereitung!"

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Aufruf zum Mitmachen bei einem Forschungsprojekt

Arbeit und Leben und Behinderung.

"Arbeit. Leben. Behinderung. Forschungsprojekt der Uni Köln sucht euch für Interviews. Auch in Leicher Sprache.

Unter Leitung von Anne Waldschmidt wird an der Uni Köln aktuell ein Forschungsprojekt durchgeführt. Darin geht es um die Erfahrungen von Menschen mit Behinderung mit dem Thema Arbeit. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen die aktuelle Debatte über die Inklusion und gesellschaftliche Teilhabe behinderter Menschen anregen.

In diesem Projekt werden Interviews mit Menschen mit Behinderungen durchgeführt. Diese sollen von ihren Erfahrungen mit Arbeit, Beruf und Beschäftigung berichten.

Wir erleben im Netzwerk, dass die Erfahrungen mit Arbeit oder Arbeitslosogkeit, mit Werkstatt oder "normalem" Betrieb, mit Entmutigung oder Unterstützujng die Lebensqualität von Frauen in vielerlei Hinsciht beeinflussen.

Deshalb laden wir euch ein, bei diesem Projekt mitzumachen!

Unten findet ihr die Link zu den Informationspostern in schwerer und in leichter Sprache.

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Das NetzwerkBüro hat eine neue Kollegin gesucht - und spannende Frauen kennengelernt!

Sie wollen etwas verändern - in NRW?

Ein Bildschirm-Foto von 5 Frauen bei der Video-Konferenz, dazu die Worte: "Wir suchen:" un dein leeres Feld mit Fragezeichen
Ein Platz ist noch frei bei der Online-Teamsitzung.

Mit diesem Text (Auszug) hatten wir nach einer kompetenten Kollegin mit Engagement und Humor, mit Erfahrung und Ideen gesucht:

"Das NetzwerkBüro unterstützt das ehrenamtliche Netzwerk fachlich und organisatorisch. Wir stellen vor allem für die Themenbereiche Arbeit, Gesundheit und Gewalt unsere Exper-tise zur Verfügung. Außerdem bieten wir eine Lotsenfunktion für Frauen mit Behinderung in die Beratungslandschaft von NRW.
Wir suchen zum nächstmöglichen Zeitpunkt eine qualifizierte Frau mit Behinderung oder chronischer Erkrankung als neue Kollegin und Referentin (Stundenumfang: 32 h / Woche)
Wir wünschen uns eine Kollegin,

  • die in NRW für und mit Mädchen und Frauen mit Behinderung / chronischer Erkrankung etwas ändern will,
  • die spezifische Fachexpertise auf- bzw. ausbaut, aber auch aufgeschlossen bleibt für neue Themen,
  • die ein komplexes Thema intensiv recherchieren, aber auch unter Zeitdruck Texte für verschiedene Zielgruppen schreiben kann,
  • die Spaß daran hat, mit unterschiedlichen Frauen zu arbeiten, innovative Ansätze und inklusive Arbeitsformen zu entwickeln, um Frauen mit Behinderung zu stärken – individuell wie strukturell,
  • die dazu beiträgt, dass unsere Unterschiede uns als inklusives Team stark machen."

Demnächst berichten wir, was wir aus unseren eigenen Einstellungsprozess gelernt haben über Probleme kompetenter Frauen am Arbeitsmarkt.

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Unsere Forderung zum Europäischen Protest zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung

Gute Arbeit, bestmögliche Gesundheit und Leben frei von Gewalt

Gertrud Servos: "Es gibt mehr als eine Art, Arbeit lebbar zu machen." Bildschirm-Foto aus dem Demo-Video
Ein Screenshot (oder "Bildschirm-Foto") mit unserer Sprecherin Gertrud Servos

Gute Arbeit, bestmögliche Gesundheit und ein Leben frei von Gewalt– das sind nur drei der Geburtstag-Wünsche zum 25-jährigen Bestehen des „Netzwerks Mädchen und Frauen mit Behinderung / chronischer Erkrankung NRW“ (Netzwerk NRW).

Am europäischen Protesttag der Menschen mit Behinderungen 2020 weist Gertrud Servos, eine der Netzwerk-Sprecherinnen, darauf hin, dass Frauen mit Behinderung noch immer mit einem dramatisch hohen Gewaltrisiko leben, und dass die Corona-Krise gezeigt habe, wie wenig bzw. wie spät das öffentliche Gesundheitswesen die Menschen mit Behinderung in Aufklärung und Prävention berücksichtigt habe.

„Auch 25 Jahre nach Gründung des Netzwerkes existieren außerdem noch immer viele Barrieren, die uns den Zugang zum allgemeinen Arbeitsmarkt versperren,“ erkläre Gertrud Servos. „Unter dem Hashtag #NeueIdeenFürArbeit haben wir deshalb aktuelle Forderungen und Ideen für die barrierefreie Umgestaltung des Arbeitsmarktes in Deutschland gesammelt. Diese stellen wir in unserem Video für den #Maiprotest vor und freuen uns auf Kommentare oder weitere Vorschläge.“

Der Forderungskatalog der Frauen zum Thema „Arbeit“ zum europäischen Protesttag umfasst folgende Punkte : 

  • Arbeit für unterschiedliche Menschen lebbar machen.
  • Mehr Budget und sichere Konzepte für Werkstätten: Arbeiten trotz Corona ermöglichen.
  • Lebenslanges Lernen für alle zugänglich machen. Unabhängig von Einkommen oder Behinderung.
  • Statt Burnout kurieren, mentale Gesundheit als Priorität setzen.
  • Homeoffice ist mehr als eine Notlösung: Arbeitsplätze endlich flexibel gestalten!

Das Netzwerk Mädchen und Frauen mit Behinderung / chronischer Erkrankung NRW setzt sich seit 25 Jahren für Selbstbestimmung und Selbstvertretung behinderter und erkrankter Frauen in NRW ein. Oberstes Ziel des Netzwerks ist die gleichberechtigte gesellschaftliche Teilhabe von Frauen und Mädchen mit Behinderung / chronischer Erkrankung an allen Lebensbereichen und die nachhaltige Verbesserung ihrer Lebenssituation.

Zum Europäischen Protest-Tag 2020 beteiligt sich das Netzwerk sich an der Online-Kundgebung gegen Gewalt sowie an der Online-Demo Maiprotest mit insgesamt acht Beiträgen zu den Themen Gewalt und Arbeit. 

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Am Tag vorm One Billion Rising waren in NRW nur 2 barrierefreie Frauenhaus-Plätze frei

Barrierefreie Frauenhausplätze - verzweifelt gesucht!

Es sind zwei Kartenausschnitte zu sehen.
Hier die beiden Kartenausschnitte: Links die Treffenzahl allgemein, rechts nur für barrierefreie Frauenhausplätze.

Am Tag vor dem One Billion Rising, der weltweiten Tanz-Aktion gegen Gewalt, wollten wir wissen: Wie sieht es eigentlich aus in NRW mit dem Opferschutz für Frauen mit Beeinträchtigungen? Wir haben also nachgeschaut, wo z.B. eine Rollifahrerin einen Frauenhaus-Platz in NRW bekommen könnte.

Es gibt in NRW eine sehr hilfreiche Website für die schnelle Orientierung. Die Suchmaschine unter https://www.frauen-info-netz.de/ ermöglicht die Suche nach freien Frauenhausplätze und gestattet es, verschiedene Filter anzuwenden:

  • In welchem Umkreis suche ich?
  • Bringe ich Kinder mit oder komme ich allein?
  • Brauche ich einen barrierefreien Platz?

Die beiden Karten-Ausschnitte auf der linken Seite zeigen alle NRW-Frauenhäuser in einem Umkreis von 100km um Münster. Die Farbe zeigt an, ob es in dem Frauenhaus noch freie Plätze gibt.

  • Rot heißt: Nein, es gibt keine Plätze mehr.
  • Grün heißt: Ja, und es gibt auch Plätze für Frauen mit Kindern.
  • Gelb heißt: Vielleicht, es ist zumindest kein Platz mehr für Kinder da. Frauen ohne Kinder können aber kommen.

Auf der rechten Karte sind deutlich weniger Treffer zusehen. Jetzt hatten wir nur nach barrierefreien Plätzen gesucht. Diese Suche haben wir für alle NRW-Regionen (z.B. Aachen, Köln, Borken und Paderborn) wiederholt. Das Ergebnis: In ganz (!) NRW waren an diesem Tag gerade nur 2 barrierefreie Plätze verfügbar, in Borken und in Espelkamp.

Das reicht uns nicht.

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Nie wieder!

Das Netzwerk erinnert zum Jahrestag an die Ausschwitz-Befreiung

Das Mahnmal der grauen Busse am LVR-Landeshaus in Deutz
Das Mahnmal der grauen Busse am LVR-Landeshaus in Deutz

75 Jahre nach der Befreiung von Auschwitz erinnert das Netzwerk Frauen und Mädchen mit Behinderung / chronischer Erkrankung NRW besonders an die Frauen und Männer mit Behinderung, die im deutschen Holocaust verfolgt wurden, und lädt ein, die Orte der Erinnerung in NRW zu besuchen.

Der Holocaust

Das Wort „Holocaust“ bedeutet Massen-Vernichtung. Vor 75 Jahren, am 27.01.1945, wurden die gefangenen Menschen aus dem Konzentrationslager Auschwitz befreit. Dort und an vielen anderen Orten in Deutschland wurden massenhaft Menschen ermordet. Denn ihr Leben galt als „unwert“.

Von 1941 bis 1945 wurden etwa 5,6 bis 6,3 Millionen jüdische Frauen, Männer und Kinder ermordet. Auch viele Menschen mit Behinderung wurden ermordet. Menschen mit Behinderung wurden zur Sterilisation gezwungen und an vielen wurden medizinische Versuche unternommen, die oft zum qualvollen Tod führten. Betroffen waren Menschen mit körperlichen, geistigen Behinderungen sowie psychischen Erkrankungen.

In unserer direkten Nähe

Wir möchten daran erinnern, dass die Gräueltaten an Menschen mit Behinderung nicht nur in Lagern, sondern auch in ganz gewöhnlichen Kliniken stattfanden. Das zeigt, wie wichtig die gesellschaftliche Auseinandersetzung über die Vielfalt menschlichen Daseins ist. Und wie gefährlich jede Unterscheidung zwischen einem „lebenswerten“ und einem „nicht lebenswerten“ Dasein ist.

Wir denken an Auschwitz und an die Opfer des Holocaust, weil die systematische Vernichtung von Menschen nie wieder geschehen darf. Wir stellen uns gegen jede politische Bewegung und gegen jede medizinische Forschung, die sich gegen die Vielfalt des Lebens stellt.

Wir fordern alle auf!

Wir rufen Frauen und Männer, mit und ohne Behinderung, dazu auf, sich mit diesem Teil unserer Geschichte zu befassen:

  • Besuchen Sie die Ausstellung „Faces of Life after the Holocaust“ der Essener Zeche Zollverein. Hier werden noch bis zum 26. April 2020 insgesamt 75 Portraits von Holocaust-Überlebenden gezeigt https://www.zollverein.de/kalender/survivors
  • Beim Besuch der Gedenkstätte „Anstaltfriedhof“ in Waldniel-Hostert bei Mönchengladbach erfahren Sie mehr über Euthanasie im Nationalsozialismus. Hier können Sie auch der Toten gedenken, die in der Klinik ums Leben kamen https://www.waldniel-hostert.de/
  • Das Mahnmal der grauen Busse am LVR-Landeshaus in Deutz gedenkt der Opfer der so genannten „Euthanasie-Aktion T4“. Der aus Beton gegossene und begehbare Bus erinnert an den Massenmord an fast 10.000 Psychiatriepatientinnen und -patienten aus dem Rheinland während des Nationalsozialismus. https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-105857-20141020-2

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Das Netzwerk auf der Messe

Rehacare

Unsere Sprecherin Claudia Seipelt-Holtmann bedankt sich bei Minister Karl-Josef Laumann
Unsere Sprecherin Claudia Seipelt-Holtmann bedankt sich bei Minister Karl-Josef Laumann

Die Rehacare – das ist eine Verkaufsmesse für neue Technik und zugleich ein Treffpunkt von Menschen, die sich beruflich oder ehrenamtlich engagieren. Dieses Jahr fand sie vom 18. bis zum 21. September 2019 in Düsseldorf statt. Als spannend zeichnet sich die Rehacare unter anderem auch deswegen aus, weil sie aufzeigt, dass das Leben mit einer Beeinträchtigung in vielem davon geprägt ist, wann und wie diese entstanden und welcher Kostenträger dafür zuständig ist.

Frauen in unserem Netzwerk sind leider selten mit der neuesten Technik ausgestattet. Wir informieren uns trotzdem gern und nutzen die Tage, um alte Bekanntschaften zu pflegen und neue Kontakte zu knüpfen. Ein Highlight in unserer Vertretungsarbeit ist immer wieder das Treffen am Donnerstag am NRW-Stand. Dort treffen wir auf manche Menschen, die Diskussionen oder Entscheidungsprozesse im Land steuern wie zum Beispiel Karl-Josef Laumann. Der Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales hat sich in seiner diesjährigen Rede sehr kritisch mit der Übernahme der Praenatest-Kosten durch Krankenkassen befasst und die kürzlich erfolgte Entscheidung scharf kritisiert. Dafür hat sich unsere Sprecherin Claudia Seipelt-Holtmann direkt bei Minister Laumann bedankt. Das Thema hatte ja auch die Frauen im Netzwerk sehr bewegt. Wir haben aber nicht nur mit Vertreter*innen aus dem Ministerium und aus den Landschaftsverbänden gesprochen, sondern z. B. auch mit Vertreterinnen der Schüler*innen-Beratungsstelle KOMBABB, der KSL, aus dem SoVD oder der LAG der Werkstatträte.

Warum solche Treffen für uns so wichtig sind

Durch solche Treffen können wir besser einschätzen, wo wir uns künftig engagieren, wo wir Impulse setzen oder unterstützen sollten, damit Veränderungen für Frauen mit Behinderungen und chronischer Erkrankung in Gang gesetzt werden können.

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