Projekte

  • LauterStarke FrauenProjekt zur Prävention und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen mit Behinderung und chronischer Erkrankung
  • Depressionen und psychosomatische Störungen bei Behinderung/chronischer Erkrankung als Thema im Fokus der SelbsthilfeDepressionen und psychosomatische Störungen bei Behinderung/chronischer Erkrankung im Fokus der Selbsthilfe unter genderspezifischen Aspekten

Aktuelles

Pressemitteilung

Frauen mit Behinderung spielen eine wichtige Rolle im Gewaltschutz.

Wirksam gegen Gewalt: Nur gemeinsam mit Betroffenen.

Diese Bilanz zogen Expert*innen aus Beratung, Gewaltschutz und Werkstätten am 3. März in unserer NRW-weiten Fachveranstaltung zum Ende des Projekts „Sicher, Stark und Selbstbestimmt“, kurz: SiStaS. Fast 90 Teilnehmer*innen an 60 Bildschirmen sprachen über Erfolge und offene Fragen. Werkstatt-Frauenbeauftragte diskutierten dabei mit Expert*innen aus Gewaltprävention und Opferschutz, aus Hochschulen, Ministerium und den Landschaftsverbänden. Sie waren sich einig: Mit der richtigen Unterstützung können Frauen auch trotz stärkerer Beeinträchtigung in Netzwerken mitarbeiten und so bei Gewalt besser weiterhelfen.

Online-Teilnahme als Vertrauensbeweis

Die aktive Teilnahme von 22 Frauenbeauftragten an einer Online-Tagung ist nicht selbstverständlich. Die Frauenbeauftragten hatten schon am Vortag Gelegenheit zum Austausch über eigene Themen, das hilft. „Wir haben im Projekt gelernt, immer mit viel Zeit zu planen“, erläutert Elena Doudis das Konzept. „Wir vermeiden Überforderung, präsentieren Inhalte für alle Sinne, gehen auf sie zu– all das erleichtert den Frauen die Mitarbeit.“ Viele Mails zum Projektende und das sehr schön Feedback bei der Tagung bestätigten unseren Ansatz und die Bedeutung der Arbeit

Wie geht es weiter?
Das Projekt SiStaS läuft Ende März aus. Angesichts der belasteten Situation von Frauenbeauftragten und von Frauen aus Wohneinrichtungen und Werkstätten durch Corona ist aber weitere Unterstützung erforderlich.
Der Antrag auf Weiterförderung wird jetzt gestellt. Dann heißt es abwarten.

Die vollständige Pressemitteilung gibt es hier:

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Schickt uns Videos zum One Bilion Rising-Tag!

Tanzen für ein gewaltfreies Leben -  One Billion Rising:  Schickt uns eure Tanzvideos bis zum 11. Februar!  Wir bleiben sichtbar trotz Corona. Zwei gezeichnete Figuren tanzen, eine davon sitzt im Rollstuhl. die Logos vom Netzwerk NRW und KSL NRW

Tanzen gegen Gewalt!

Am 14. Februar ist wieder „One Billion Rising“-Tag. Weltweit werden dann zahlreiche Frauen gegen Gewalt tanzen. Ein wichtiges Zeichen auch für uns, denn: jede 3. Frau mit Behinderung ist von körperlicher und/oder sexueller Gewalt betroffen. In diesem Jahr findet der Aktionstag online statt. Wegen Corona.

Zusammen mit den KSL NRW möchten wir online sichtbar sein und mit euch tanzen. Wenn du Lust hast mitzumachen, dann sende ein Tanz-Video bis zum 11. Februar an das Netzwerkbüro: Info@netzwerk-NRW.de
Hier kannst du die Musik hören: http://www.onebillionrising.de/musik-seite/

Gemeinsam mit anderen eingegangenen Videos wird es zusammengeschnitten und veröffentlicht!

Wir freuen uns auf deinen Beitrag!

Wir sind alle keine Tanzmeister*Innen, aber falls du noch üben willst:
Am Mittwoch, dem 10. Februar bietet das WeiberNetzwerk eine Übungsstunde für alle an.
Hier kommst du zur Anmeldung: https://frauenbeauftragte.weibernetz.de/termin/one-billion-rising-2021.html

 

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„Der Wittekindshof ist die Spitze des Eisberges!“

Hubert Hüppe hat weiße, kurze Haare und helle Haut.  Er trägt einen hellblauen Anzug mit weißen Hemd und schwarzer Krawatte. Mit einem Lächeln verschränkt er die Hände und lehnt mit dem rechten Arm am Geländer.
Hubert Hüppe, ehemaliger Beauftragter der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderung

Interview mit Hubert Hüppe über Misshandlungen in Institutionen und die politische Forderung nach garantiertem Zugang zur Außenwelt 

Die Nachricht über die Misshandlungen von Bewohnerinnen und Bewohner der Diakonischen Stiftung Wittekindshof in Bad Oeynhausen hat die behindertenpolitische Szene und auch viele Frauen in unserem Netzwerk erschüttert. Am 11. Januar hatten Staatsanwaltschaft und Polizei erklärt, dass gegen fast 150 Beteiligte, darunter acht Ärzt*innen ermittelt würde - wegen Freiheitsberaubung und gefährlicher Körperverletzung. Medienberichten zur Folge finden sich in den Akten „Hinweise auf möglicherweise illegales Einsperren, unerlaubtes Festschnallen auf Matratzen, Schläge, Tritte und den Einsatz von CS-Gas. Das Spray soll mit Geld der Einrichtung beschafft worden sein“ (Westfalenblatt vom 9.1.2021).

Die Misshandlungen erfolgten an Bewohnerinnen und Bewohnern einer Abteilung  für Heilpädagogische Intensivbetreuung. Es handelt sich dabei um Menschen mit sogenanntem herausforderndem Verhalten. Das heißt, die Menschen leben also mit Verhaltensweisen, die wegen ihrer Dauer, Stärke und Häufigkeit als erheblich, schwerwiegend und gravierend wahrgenommen werden. Wegen selbst- und fremd gefährdendem Verhalten brauchen diese Menschen umfassende Unterstützung und  besonders enge Betreuung. Anderseits sind sie im Zugang und in der Teilnahme an allgemeinen Angeboten und Diensten eingeschränkt (vgl. Dengler, Barbara 2017, S.8). Sie leben also in einer geschlossenen Abteilung.

Um die Gesamtsituation näher zu beleuchten sowie eine gesellschaftliche und politische Einordnung vornehmen zu können, hat das NetzwerkBüro ein Interview mit Hubert Hüppe (Unna) geführt. Der frühere Beauftragte für die Belange von Menschen mit Behinderung der Bundesregierung sprach mit Referentin Maren Grübnau über politische Forderungen. Außerdem geht es im Interview auch darum, was Frauen mit Behinderung sowie das NetzwerkBüro selbst tun können. 

 

Sie haben sich schon mehrfach öffentlich zu den Vorfällen im Wittekindshof geäußert. Können Sie diese für uns noch einmal gesellschaftlich und politisch einordnen? 

Den Medienberichten nach wurden über viele Jahre Menschen mit aggressivem und autoaggressivem Verhalten, also gegen sich und andere, misshandelt. Sie wurden getreten, fixiert und mit Tränengas wurde besprüht. Niemandem ist aufgefallen oder keiner wollte davon wissen. Schon seit Mitte 2019 wurde in der Einrichtung wegen einer Anzeige ermittelt. Erst jetzt wird mehr und mehr das Ausmaß der Misshandlungen bekannt.

Offensichtlich hatten Angehörige Angst etwas zusagen, weil sie befürchteten, dass es ihren Verwandten mit Behinderungen noch schlechter gehen würde, Mitarbeiter haben Menschen gequält oder weggeschaut, Geschäftsführer verdienen gut und sind am Umsatz orientiert, gesetzliche Betreuer haben keine Zeit für so etwas, Aufsichtsbehörden sind unterbesetzt und nehmen ihre Aufgaben nicht wahr und schließlich ist die Politik vor Ort stolz auf ihre Einrichtung und die Arbeitsplätze, die die Sozialindustrie geschaffen hat. Im Kuratorium der Stiftung sind Landtagsabgeordnete aus allen Fraktionen Mitglied. Bei den Einrichtungen handelt es sich um abgeschottete Welten und nicht um Inklusion.

Angesicht der wieder wachsenden Zahl von Sondereinrichtungen glaube ich nicht, dass das ein Einzelfall ist, und tatsächlich wurden in der Vergangenheit in NRW auch schon andere Fälle bekannt, wo Menschen misshandelt und erniedrigt wurden.

 

Was muss aus Ihrer Sicht konkret verändert werden?

Es müssen Mechanismen aufgebaut werden, die es ermöglichen, dass sich Menschen mit Behinderung, die in Werkstätten arbeiten und in Wohneinrichtungen leben, an Personen außerhalb der Institutionen wenden können. Sie müssen in die Lage versetzt werden, dass sie ein Vertrauen dahingegen entwickeln, dass ihnen geholfen wird.

Es muss die Frage gestellt werden, wie beispielsweise den Frauenbeauftragten in Werkstätten und auch den Werkstatträten, eine Assistenz außerhalb der Einrichtung garantiert werden kann. Hier muss vermieden werden, dass ein Täter gleichzeitig bei einer Person die Assistenz übernimmt. Daher ist es wichtig, dass jede Person, die in einer Werkstatt arbeitet, in einer Wohneinrichtung lebt oder eine Förderschule besucht, einen garantierten Zugang zum Gewalthilfetelefon hat. Die Politik ist an dieser Stelle gefordert nach zu justieren. D.h. sie muss sicherstellen, dass jede Frau (und jeder Mann) mit Behinderung Zugang zum Telefon und zu digitalen Medien hat. Dadurch kann das Nachfragen bei der Aufsicht in der Einrichtung oder beim Mitarbeitenden, vor dem man Angst hat, vermieden werden.         

Eine weitere politische Forderung wäre, die Kontrollen zu erweitern. Offensichtlich reichen die Heimaufsichtsbehörden nicht aus oder sie sind unterbesetzt. Werkstätten werden von der Heimaufsicht überhaupt nicht geprüft. Auch müssen die Berufsbetreuer, die Geld erhalten für die Betreuung von Menschen mit Behinderung, die in Einrichtungen leben, stärker kontrolliert werden. Es ist erstaunlich, dass sie in Gesprächen mit ihren Klienten nichts mitbekommen haben wollen und auch keine Anzeichen von Misshandlungen wahrgenommen haben. Erst durch die Anzeige einer Schwester eines Bewohners kam der Fall ins Rollen.

 

Welche Forderungen stellen Sie an die Landespolitik NRW?

Es ist beim nordrhein-westfälischen Sozialministerium eine Projektgruppe eingesetzt worden, die den Vorwürfen gegenüber der Einrichtung nachgeht. Es gab einen Bericht des Ministeriums zu dem Thema im Landtagsausschuss für Arbeit, Gesundheit und Soziales, in dem angekündigt wurde, eine Expertenkommission einzusetzen, die den Fall untersucht. Das begrüße ich sehr. Allerdings enttäuscht mich, dass sich der Landtag nicht besonders engagiert. In der Ausschusssitzung wurde mehr über neue strengere Betreuungsformen als über die Opfer gesprochen. Ich wünschte mir eine Landtagsdebatte. Ich fordere die Einsetzung einer Enquetekommission, in der das Thema strukturelle Gewalt in Sondereinrichtungen der Behindertenhilfe zum Thema gemacht wird. Beim Einbeziehen von Fachleuten muss darauf geachtet werden, dass Menschen mit Behinderung sowie Opfer, die es inzwischen zahlreich gibt, gehört werden, und nicht nur ausschließlich die Einrichtungsträger. Es muss der Frage nach gegangen werden, inwieweit die Sonderstrukturen zu solchen schlimmen Vorgängen beitragen.   

 

Wenn Frauen mit Behinderung selbst von Gewalt betroffen sind oder von Gewalt gegenüber anderen erfahren, was sollen sie Ihrer Ansicht nach tun?

Wichtig ist, dass Werkstatt- und Heimbeiräte und Frauenbeauftragte Gewalt in Einrichtungen generell zum Thema machen. Sie sollten Menschen außerhalb von Einrichtungen über Angriffe informieren.

Es gibt ein Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“, das 24 Stunden besetzt ist. Es hat einen barrierefreien Zugang. Unter anderem bietet es die Leichte Sprache und die Gebärdensprache an.  Man sollte alle Einrichtungen verpflichten, diese Nummer in den Einrichtungen auszuhängen. Allerdings muss auch gewährleistet sein, dass die Betroffenen freien Zugang zu einem Telefon haben.

 

Was kann aus Ihrer Sicht das NetzwerkBüro tun?

 Es ist erst einmal gut, dass es im NetzwerkBüro zu einem Thema gemacht worden ist.

Das Thema Gewalt und Erniedrigung in Sondereinrichtungen darf nicht einschlafen, sondern es muss langfristig bearbeitet und beobachtet werden. Es müssen politische Forderungen gestellt werden, sodass Vorkehrungen ergriffen werden. Ansonsten läuft bald wieder alles so weiter, wenn der Skandal wieder in Vergessenheit geraten ist. Dass, was im Wittekindshof passiert ist, darf sich weder dort noch anderswo je wiederholen.

Vielen Dank, dass Sie sich die Zeit für ein Interview genommen haben!

Literatur:

 Dengler, Barbara (2017): Wege zur Teilhabe. Herausforderndes Verhalten von Menschen mit Behinderungen. In: Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung – Landesverband Bayern e.V. (Hrsg.) (2017). 1. Auflage.

 

 

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Das Netzwerk zu Gewalt in Einrichtungen der Behindertenhilfe (einfache + schwere Sprache)

"Wie können wir uns endlich sicher fühlen?

Eine Frau im Rollstuhl hebt abwehrend die Hand: "Stop!" Zu lesen ist: "Wie soll ich mich sicher fühlen?"

Der Wittekindshof ist eine große Einrichtung für Menschen mit Behinderung.
Zum Wittekindshof gehören Werkstätten und Wohn-Gruppen.

Eine von diesen Wohn-Gruppen ist eine besondere Gruppe.
Hier leben Menschen, die besonders auf sich aufmerksam machen.

Das bedeutet meistens: Diese Menschen bringen sich selbst oder andere oft in Gefahr.
Oder sie stören extrem. Oder sie machen Sachen mit Absicht kaputt.

Jetzt ist bekannt geworden:
Im Wittekindshof wurden Bewohner*innen in dieser Gruppe schlecht behandelt.
Die Mitarbeiter*innen haben sie gefesselt, eingesperrt oder geschlagen.

Das war falsch! Das war Gewalt!

Diese Gruppe wurde jetzt aufgelöst.
Und die Polizei und ein Gericht prüfen: Was war da los?

Frauen im Netzwerk NRW waren traurig, als sie von der Gewalt erfahren haben.
Manche Frauen waren wütend. Oder beides.
In dieser Gruppe im Wittekindshof gab es viel Gewalt. Von Fachkräften.

Die Fachkräfte sind ausgebildet und bekommen Geld für ihre Arbeit.
Und sie sollen gut dafür arbeiten.
Die Fachkräfte sollten eigentlich wissen: Gewalt ist NIE erlaubt.

Trotzdem ist dort Gewalt passiert.
Häufig und über lange Zeit.

Die Sprecherin vom Netzwerk, Claudia Seipelt-Holtmann, sagt dazu:
„Die Gewalt im Wittekindshof erinnert uns heute daran, dass wir selbst Gewalt erlebt haben.
In Einrichtungen, in Krankenhäusern, in der Familie oder Schule."-
Wir fragen uns: Wie können wir uns endlich sicher fühlen?"

Viele tun etwas gegen Gewalt. Jede Wohn-Einrichtung muss einen Gewaltschutz-Plan haben
Trotzdem hören wir immer wieder: In einer Einrichtung ist Gewalt passiert und dort auch.

Wir Frauen im Netzwerk oder im Netzwerk Büro arbeiten mit anderen zusammen. Gegen Gewalt.
Wir wissen: Viele Leitungen wollen keine Gewalt in ihrer Einrichtung.
Auch nicht die Mitarbeiter*innen.
Auch nicht die Menschen, die dort arbeiten oder leben.

Gertrud Servos ist auch Sprecherin vom Netzwerk. Sie sagt:
„Deshalb fordern wir:

  • Wir müssen die Selbst-Bestimmung von Menschen in Einrichtungen noch mehr stärken.
    In Wohn-Einrichtungen und in Werkstätten.
  • Frauen-Beauftragte brauchen mehr Unterstützung.Und sie brauchen eine gute Ausstattung. Auch gute Technik.
    Und sie müssen in der Werkstatt dabei sein, wenn es um Gewalt geht und um Gewaltschutz.
  • Frauen-Beauftragte soll es auch in Wohn-Einrichtungen geben.
  • Alle Wohn-Einrichtungen haben aufgeschrieben:
    Das tun wir gegen Gewalt. Das ist der „Gewaltschutz-Plan".
    In Zukunft muss endlich überprüft werden:
    - Sind die Gewaltschutz-Pläne gut?
    - Stehen darin gute Vorschläge?
    - Wissen alle in der Einrichtung, mit wem sie bei Problemen sprechen können?
      Zum Beispiel: Wenn es zu Gewalt kommt?

Mehr über Frauen-Beauftragte in Werkstätten können Sie in der PDF unten lesen:

Version in schwerer Sprache:

Anlässlich der Berichterstattung über die Vorgänge in der ostwestfälischen Einrichtung Wittekindshof weist das Netzwerk Frauen und Mädchen mit Behinderung / chronischer Erkrankung NRW auf die andauernde Präsenz von struktureller und persönlicher Gewalt im Leben vieler Frauen (und Männer) mit Beeinträchtigung hin. "Die Berichte erinnern mich an meine eigenen Erfahrungen struktureller Gewalt und an die vielen Beispiele von anderen Frauen und Männern mit Behinderung, die ich kenne: in Einrichtungen, in Krankenhäusern, in der Familie oder Schule,“ so Netzwerk-Sprecherin Claudia Seipelt-Holtmann. „Obwohl sich in NRW schon so viel getan hat in Bezug auf Gewaltprävention, bleibt die Frage: Wie können wir uns je sicher fühlen, wenn sich, wie in der Abteilung 4 vom Wittekindshof über einen langen Zeitraum anscheinend eine große Zahl von ‚Professionellen‘ regelmäßig gewalttätig verhalten kann, wenn Günter Wallraff noch immer Übergriffe entdecken kann und wenn noch immer mit trauriger Regelmäßigkeit auf Gewalt in Einrichtungen hingewiesen werden muss?"

Das Netzwerk NRW und das unterstützende NetzwerkBüro sind regelmäßig eingeladen zur Mitarbeit in Gremien, Arbeitsgruppen oder bei Tagungen – und anerkennen die Bemühungen vieler Verantwortlicher in Einrichtungen der Behindertenhilfe, ihre Einrichtung als gewaltfreie Orte zu gestalten.

„Trotz allem hören wir immer wieder von Gewalt, von individuellen Übergriffen bis zur Vergewaltigung, bis hin zu struktureller Gewalt, wie sie jetzt im Wittekindshof zutage getreten ist,“ erklärt Netzwerk-Sprecherin Gertrud Servos. „Wir fordern deshalb, die Selbstbestimmung der Menschen, die in Einrichtungen leben und arbeiten, weiter zu stärken,

  • durch eine intensivere Unterstützung der WfbM-Frauenbeauftragten, samt guter, auch digitaler, Ausstattung und intensiver Einbindung innerhalb der Werkstatt.
  • durch das Etablieren von Frauenbeauftragten in Wohneinrichtungen, da Frauenbeauftragte u.a. für das Engagement gegen jegliche Gewalt innerhalb der Einrichtungen stehen,
  • durch eine stärkere qualitative Prüfung vorhandener Gewaltschutz-Konzepte durch die Wohn- und Teilhabe-Aufsicht."

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Frauen-Beauftragte unterstützen!

Neben dem SiStaS-Logo ist zu lesen: Solidarität kennt keinen Lockdown! Werkstatt-Frauenbeauftragte unterstützen und vor Ort Verbindung halten: per Mail, Post, Telefon!
Solidarität kennt keinen Lockdown!

Zum "Tag der Menschen-Rechte" und dem Abschluss der digitalen SiStaS-Aktionstage „Stark durch Vernetzung" wies Netzwerk-Sprecherin Claudia Seipelt-Holtmann noch einmal auf die schwierige Situation der Frauen hin, die in Wohneinrichtungen leben oder in Werkstätten arbeiten.
 
"Die Frauen-Beauftragten brauchen zum Jahresende und in den nächsten Monaten besonders unsere Solitarität: Ob Frauen-Beratung oder Gleichstellung oder lokale Politik - alle müssen überlegen, wie sie Solidarität zeigen können!"
 
Mehr zur Situation der Frauen-Beazftragten der Werkstätten findet sich in dieser Situationsbeschreibung, an der unter anderem drei Frauen-Beauftragten aus Nordrhein-Westfalen und eben auch das Netzwerk mitgearbeitet hat:

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Infobrief 04/2020 zum Hören und Herunterladen

Deckblatt zum Infobrief
Deckblatt zum Infobrief

Hier findet ihr den letzten Infobrief 2020 zum Anhören:

Infobrief jetzt anhören!

 

Hier könnt ihr euch die barrierefreie PDF-Datei zum Infobrief herunterladen:

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Pressemitteilung zum internationalen Tag der Menschen mit Behinderung

Wir haben keine Zeit! Frauen mit Behinderung auch 2020 noch mehrfach benachteiligt.

Gertrud Servos, Claudia Seipelt-Holtmann und Leiterin des Netzwerksbüro Monika Rosenbaum sitzen im Landtag NRW
Netzwerk-Sprecherinnen: Wir haben keine Zeit!

Netzwerk Frauen und Mädchen mit Behinderung / chronischer 
Erkrankung NRW (Netzwerk NRW) zum Tag der Menschen mit Behinderung am 3.12.2020:


Anlässlich der Landtags-Anhörung zum „Teilhabebericht NRW“ fordert das Netzwerk NRW von der Landesregierung dringend umfassende Maßnahmen zum Abbau der mehrfachen Diskriminierung von Frauen mit Beeinträchtigung. Auch 25 Jahre nach der Gründung des Netzwerks stünden viele grundlegende Verbesserungen noch aus.
Als Sachverständige zur heutigen Anhörung im Landtag Nordrhein-Westfalen geladen, stellt das Netzwerk NRW fest, dass trotz viele Verbesserungen einige Kernprobleme heute wie vor 25 Jahren ungelöst sind:

„Frauen mit Beeinträchtigung kommen schlechter in Jobs, verdienen am wenigsten, stoßen im Gesundheitssystem auf Barrieren und Diskriminierung. Und trotz ihres erhöhten Gewalt-Risikos fehlen immer noch angepasste Angebote zu Prävention und Opferschutz, z.B. barrierefreier Frauenhaus-Plätze in ausreichender Zahl,“ fasst Netzwerk-Sprecherin Gertrud Servos diese Ergebnisse zusammen.

Claudia Seipelt-Holtmann, ebenfalls Sprecherin des Netzwerks: „Wir fordern auch eine Einstellungsänderung in Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Sozialwesen: Alle müssen mit Herz und Haltung dabei sein!“ Der Abbau baulicher und sprachlicher Barrieren erfordere begleitende Haltungsänderungen von Leitungen und Fachkräften in den verschiedenen Handlungsbereichen. Hier seien gleichermaßen gesetzliche Verpflichtungen und Aufklärungsarbeit vonnöten.

Zur konsequente Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention fordert das Netzwerk NRW insbesondere Maßnahmen in den Bereichen Arbeit, Gesundheit, Digitalisierung und Gewaltschutz. Die Rechte von Frauen mit Beeinträchtigung müssten endlich als Querschnittsthema in allen Handlungsfeldern begriffen werden. Dabei müssen entsprechende Maßnahmen begleitend evaluiert und geschlechterspezifisch ausgewertet werden.

„NRW hat schon viele Schritte in Richtung Inklusion unternommen,“ so Gertrud Servos, “für den kommenden Landesaktionsplan wünschen wir uns ein koordiniertes Vorgehen zum Abbau mehrfacher Diskriminierung, denn unsere Ressourcen sind begrenzt: Wir haben keine Zeit!“

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Selbstbestimmung trotz Corona fördern:

Frauenbeauftragte aus Werkstätten jetzt durch Vernetzung unterstützen!

„Stark durch Vernetzung“ – unter diesem Motto laden wir ein zu digitalen Aktionen vom 25.11. – 10.12.2020. 

„In der erneut angespannten Corona-Situation müssen wir die Interessensvertretungs-Strukturen der Männer und Frauen in Einrichtungen der Behindertenhilfe stärken, insbesondere die Frauenbeauftragten in den Werkstätten“. So wendet sich Netzwerk-Sprecherin Claudia Seipelt-Holtmann an Gleichstellungs- oder Inklusionsbeauftragte, Frauenberaterinnen, Fachkräfte aus der Behindertenhilfe und dem Gewaltschutz-System ebenso wie an Politiker*innen aus Kommunen, Kreisen oder auf Landesebene.

Die Digitalen SiStaS-Tage "Stark durch Vernetzung" bilden einen Höhepunkt im vom Land NRW geförderten Projekt "Sicher, Stark und Selbstbestimmt", kurz „SiStaS“. Das Projekt des NetzwerkBüros zielt seit 2018 auf die Stärkung der Frauen in Wohneinrichtungen und Werkstätten durch die Öffnung dieser Einrichtungen.

Den für den Sommer 2020 geplanten Fachtag holen wir ab dem 25.11.2020 in digitaler Form nach. Wichtigste Zielgruppe in unserem Projekt wie auch beim Fachtag sind die nordrhein-westfälischen Werkstatt-Frauenbeauftragten. 2017 erstmals von den weiblichen Werkstattbeschäftigten gewählt, sind sie Interessen-Vertretung, Peer-Beraterinnen und Ansprechpersonen bei allen Fragen, die den Frauen wichtig sind.

Wir laden neben den Werkstatt-Frauen-Beauftragten aber auch andere Akteur*innen ein. Wer die eigene Arbeit inklusiver gestalten will, ohne schon zu wissen, wie sich Frauen aus Einrichtungen ansprechen, einbeziehen und ihre Interessen aufgreifen lassen, findet Hilfe und Ideen. "Wir haben unseren Ansatz und unsere Erfahrungen auf verschiedene Weisen dokumentiert, stellen auf der Website Frauen-Beauftragte, Netzwerke und typische Beratungsthemen vor. Wir teilen Inspirationen, Ideen, Tipps und praktische Vorlagen," erklärte Elena Doudis, Referentin im SiStaS-Projekt.

Das Format einer Website haben wir gewählt, damit unterschiedliche Frauen sich die Inhalte in ihrem eigenen Tempo anschauen können. Einige Zoom-Treffen im Aktionszeitraum bieten zudem die Möglichkeit zum direkten Austausch.

Wir hoffen auf rege Beteiligung und Feedback. "Die Frauenbeauftragten brauchen in diesem Winter viel Ermutigung, um einerseits selbst mit der Situation fertig zu werden, und andererseits gleichzeitig auch noch andere Frauen zu unterstützen," so Claudia Seipelt-Holtmann.

Aktualisierte Informationen zu den digitalen Veranstaltungen finden Sie unter: www.facebook.com/Netzwerkerinnen/events

Zum 25.11.2020 wird die Website www.frauen-vernetzen.nrw freigeschaltet. 

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BODYS: Broschüre zur Istanbul-Kovention in Leicher Sprache

Broschüre: Istanbul-Konvention in Leichter Sprache von: BODYS

 

Das Bochumer Zentrum für Disabilty Studies - kurz BODYS - hat eine Broschüre zur Istanbul-Konvention in Leichter Sprache herausgebracht.

Dort werden die passenden Vertragstexte zum Thema Gewaltschutz erläutert. Außerdem enthält das Dokument viele Hintergrundinformationen und Hilfsadressen zum Thema Gewaltschutz für Frauen*.

Die Istanbuler Konvention ist seit dem 1. Februar 2018 in Deutschland in Kraft getreten. Aus diesem Grund ist Deutschland verpflichtet Maßnahmen zu treffen, die Frauen* und andere Menschen vor der Gewalt aufgrund ihres Geschlechts schützen. Gleichzeitig müssen die Täter*Innen rechtlich bestraft werden. Aber das auch die Vorbeugung von Gewalttaten nimmt  eine große Rolle innerhalb der Konvention ein.

Ziel der Konvention ist: Keine Frau* mit und ohne Behinderung soll Gewalt erleben!

Die Broschüre zur Istanbul-Kovention in Leichter Sprache von BODYS findet ihr hier zum Herunterladen: https://www.bodys-wissen.de/files/bodys_wissen/Downloads/Istanbul-Konvention%20in%20Leichter%20Sprache_barrierefrei.pdf

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25 Jahre Netzwerk: Wir laden ein zum Plenum:

Wir gehören dazu. Überall. Das ist Teilhabe!

Nelo Thies steht halb hinter einer lebengroßen rothaarigen Puppe: Zum ersten Mail unser eigenes Theater-Stück "Frauenbeauftragte: Die ersten Abenteuer"

Seit 25 Jahren gibt es unser Netzwerk nun. Das ist ein Grund zum Feiern, trotz Corona. Wir laden deshalb herzlich ein zum diesjährigen Plenum am 7. November 2020 in Münster.

Wir haben in diesem Jahr die Corona-Schutzmaßnahmen eingeplant: Deshalb treffen wir uns in einem großen Saal der Aasee-Mensa in Münster. Besonders freuen wir uns darauf, die anderen Netzwerk-Frauen zu treffen. Aber auch die erste Aufführung des gemeinsam entwickelte Figuren-Theaters "Frauenbeauftragte: Die ersten Abenteuer" wird ein Höhepunkt für uns! Hierfür kommt Nelo Thies mit ihren lebensgroßen Puppen nach Münster.

Wir wissen: Manche Frauen melden sich aus Sorge um Corona nicht an. Andere haben sich wieder abgemeldet.
Das Risiko der Frauen ist sehr unterschiedlich.

Das Plenum wird deshalb in diesem Jahr nur eine Moment-Aufnahme mit eher wenigen Netzwerk-Frauen. Wir wollen aber trotzdem zeigen: Ja, auch wir Frauen oder Mädchen mit Behinderung / chronischer Erkrankung sind da, wir mischen uns ein und freuen uns über 25 aktive Jahre.

Wenn ihr nicht zum Plenum kommen wollt oder könnt: Dann meldet euch trotzdem bei uns mit euren Themen und Forderungen! Wichtig ist nämlich nicht die große Feier, sondern dass wir unsere Themen voranbringen!

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