Projekte

  • LauterStarke FrauenProjekt zur Prävention und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen mit Behinderung und chronischer Erkrankung
  • Depressionen und psychosomatische Störungen bei Behinderung/chronischer Erkrankung als Thema im Fokus der SelbsthilfeDepressionen und psychosomatische Störungen bei Behinderung/chronischer Erkrankung im Fokus der Selbsthilfe unter genderspezifischen Aspekten

Aktuelles

für einen Artikel mit Weiterleitung zu einem LANGEN Artikel

Dies ist ein Test

ein riotes Quadrat
Einfach nur ein rotes Quadrat

Laura aus Ipsum macht einen Test und kann hier weiterlesen:

Weiterlesen … Auf Facebook teilen

Nie wieder!

Das Netzwerk erinnert zum Jahrestag an die Ausschwitz-Befreiung

Das Mahnmal der grauen Busse am LVR-Landeshaus in Deutz

75 Jahre nach der Befreiung von Auschwitz erinnert das Netzwerk Frauen und Mädchen mit Behinderung / chronischer Erkrankung NRW besonders an die Frauen und Männer mit Behinderung, die im deutschen Holocaust verfolgt wurden, und lädt ein, die Orte der Erinnerung in NRW zu besuchen.

Der Holocaust

Das Wort „Holocaust“ bedeutet Massen-Vernichtung. Vor 75 Jahren, am 27.01.1945, wurden die gefangenen Menschen aus dem Konzentrationslager Auschwitz befreit. Dort und an vielen anderen Orten in Deutschland wurden massenhaft Menschen ermordet. Denn ihr Leben galt als „unwert“.

Von 1941 bis 1945 wurden etwa 5,6 bis 6,3 Millionen jüdische Frauen, Männer und Kinder ermordet. Auch viele Menschen mit Behinderung wurden ermordet. Menschen mit Behinderung wurden zur Sterilisation gezwungen und an vielen wurden medizinische Versuche unternommen, die oft zum qualvollen Tod führten. Betroffen waren Menschen mit körperlichen, geistigen Behinderungen sowie psychischen Erkrankungen.

In unserer direkten Nähe

Wir möchten daran erinnern, dass die Gräueltaten an Menschen mit Behinderung nicht nur in Lagern, sondern auch in ganz gewöhnlichen Kliniken stattfanden. Das zeigt, wie wichtig die gesellschaftliche Auseinandersetzung über die Vielfalt menschlichen Daseins ist. Und wie gefährlich jede Unterscheidung zwischen einem „lebenswerten“ und einem „nicht lebenswerten“ Dasein ist.

Wir denken an Auschwitz und an die Opfer des Holocaust, weil die systematische Vernichtung von Menschen nie wieder geschehen darf. Wir stellen uns gegen jede politische Bewegung und gegen jede medizinische Forschung, die sich gegen die Vielfalt des Lebens stellt.

Wir fordern alle auf!

Wir rufen Frauen und Männer, mit und ohne Behinderung, dazu auf, sich mit diesem Teil unserer Geschichte zu befassen:

  • Besuchen Sie die Ausstellung „Faces of Life after the Holocaust“ der Essener Zeche Zollverein. Hier werden noch bis zum 26. April 2020 insgesamt 75 Portraits von Holocaust-Überlebenden gezeigt https://www.zollverein.de/kalender/survivors
  • Beim Besuch der Gedenkstätte „Anstaltfriedhof“ in Waldniel-Hostert bei Mönchengladbach erfahren Sie mehr über Euthanasie im Nationalsozialismus. Hier können Sie auch der Toten gedenken, die in der Klinik ums Leben kamen https://www.waldniel-hostert.de/
  • Das Mahnmal der grauen Busse am LVR-Landeshaus in Deutz gedenkt der Opfer der so genannten „Euthanasie-Aktion T4“. Der aus Beton gegossene und begehbare Bus erinnert an den Massenmord an fast 10.000 Psychiatriepatientinnen und -patienten aus dem Rheinland während des Nationalsozialismus. https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-105857-20141020-2

Auf Facebook teilen

Das Netzwerk auf der Messe

Rehacare

Unsere Sprecherin Claudia Seipelt-Holtmann bedankt sich bei Minister Karl-Josef Laumann
Unsere Sprecherin Claudia Seipelt-Holtmann bedankt sich bei Minister Karl-Josef Laumann

Die Rehacare – das ist eine Verkaufsmesse für neue Technik und zugleich ein Treffpunkt von Menschen, die sich beruflich oder ehrenamtlich engagieren. Dieses Jahr fand sie vom 18. bis zum 21. September 2019 in Düsseldorf statt. Als spannend zeichnet sich die Rehacare unter anderem auch deswegen aus, weil sie aufzeigt, dass das Leben mit einer Beeinträchtigung in vielem davon geprägt ist, wann und wie diese entstanden und welcher Kostenträger dafür zuständig ist.

Frauen in unserem Netzwerk sind leider selten mit der neuesten Technik ausgestattet. Wir informieren uns trotzdem gern und nutzen die Tage, um alte Bekanntschaften zu pflegen und neue Kontakte zu knüpfen. Ein Highlight in unserer Vertretungsarbeit ist immer wieder das Treffen am Donnerstag am NRW-Stand. Dort treffen wir auf manche Menschen, die Diskussionen oder Entscheidungsprozesse im Land steuern wie zum Beispiel Karl-Josef Laumann. Der Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales hat sich in seiner diesjährigen Rede sehr kritisch mit der Übernahme der Praenatest-Kosten durch Krankenkassen befasst und die kürzlich erfolgte Entscheidung scharf kritisiert. Dafür hat sich unsere Sprecherin Claudia Seipelt-Holtmann direkt bei Minister Laumann bedankt. Das Thema hatte ja auch die Frauen im Netzwerk sehr bewegt. Wir haben aber nicht nur mit Vertreter*innen aus dem Ministerium und aus den Landschaftsverbänden gesprochen, sondern z. B. auch mit Vertreterinnen der Schüler*innen-Beratungsstelle KOMBABB, der KSL, aus dem SoVD oder der LAG der Werkstatträte.

Warum solche Treffen für uns so wichtig sind

Durch solche Treffen können wir besser einschätzen, wo wir uns künftig engagieren, wo wir Impulse setzen oder unterstützen sollten, damit Veränderungen für Frauen mit Behinderungen und chronischer Erkrankung in Gang gesetzt werden können.

Auf Facebook teilen

Beim Schreiben alle ansprechen!

„Alle statt jedermann“

Inklusion bedeutet: Alle sind gemeint. Von Anfang an. Deutsche Sprache ist aber männlich geprägt. Es wird schnell gesagt: Ich gehe zum Arzt, auch wenn es sich um eine Ärztin handelt. Wir holen uns den Rat vom Apotheker oder fragen den Fachmann, auch wenn es Frauen sind.

Im Netzwerk sprechen wir natürlich die Frauen oder Mädchen an, wenn es um Frauen oder Mädchen geht. Geht es aber z.B. um alle Menschen mit Behinderung, versuchen wir, durch unsere Sprache niemanden auszuschließen. Manchmal fällt es uns schwer, das gut auszudrücken. Deshalb waren zwei Kolleginnen vom NetzwerkBüro in der Schreibwerkstatt von Eva-Maria Lerche. Der Workshop hieß „Alle statt Jedermann. Gendergerecht und verständlich schreiben“.

Im “Schreibraum“ haben wir erlebt und ausprobiert, wie wandelbar, vielschichtig und mächtig Sprache sein kann. Besonders unsere Kollegin Antje, die auch Übersetzerin für Leichte Sprache ist, muss aber in Zukunft noch kreativer sein: Denn Leichte Sprache und gendergerechte Sprache vertragen sich nicht immer. 

Die Botschaft im Workshop: Gendergerechte Sprache ist eine menschengerechte Sprache. Sie ist frei von Diskriminierung ist und schließt alle mit ein. Damit niemand durch Worte verletzt wird und alle an der Sprache teilhaben können. 

Wir arbeiten dran!

Auf Facebook teilen

Frauen mit Behinderung fest im Blick:

Bochum engagiert sich für die Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen – natürlich inklusiv!

Zu sehen sind Zuhörerinnen im Kunstmuseum Bochum. Im Hintergrund sind Stellwände mit den Fotos von früheren Bochumer Aktionen gegen Gewalt sichtbar.
Zuhörerinnen im Kunstmuseum Bochum – im Hintergrund sind Stellwände mit Fotos früherer Bochumer Aktionen gegen Gewalt

Im Mai dieses Jahres flatterte uns die Einladung ins Haus: Die engagierten Frauen aus dem Referat für Gleichstellung, Familie und Inklusion der Stadt Bochum luden ein zur Veranstaltungsreihe über die Istanbul-Konvention. Die Konvention heißt in der Langfassung „Übereinkommen des Europarats zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt“ und ist seit Februar 2018 auch in Deutschland gültiges Recht (siehe auch Institut für Menschenrechte).

In der Auftaktveranstaltung Ende Mai wurde die Istanbul-Konvention vorgestellt. Wir haben diskutiert, wie eine ganze Stadt sie nutzen kann, um Gewalt gegen Frauen und Mädchen zu beenden. Die Veranstaltung wurde zeitgleich übersetzt in Leichte Sprache. So konnte z.B. auch die Frauenbeauftragte aus einer Bochumer Werkstatt gut teilnehmen und alles verstehen. Uns gefiel nicht nur die Veranstaltung gut, sondern auch der inklusive Ansatz der Kolleginnen aus Bochum. Wir haben deshalb nachgehakt.

Das gesamte Interview ist hier nachzulesen:

Weiterlesen … Auf Facebook teilen

LAG Selbsthilfe NRW: „Selbsthilfe als Motor der Inklusion“

Das NetzwerkBüro bei der Mitgliederversammlung

Unter dem Motto „Selbsthilfe als Motor der Inklusion“ kamen am vergangenen Samstag zahlreiche Mitglieder der LAG SELBSTHILFE NRW zur diesjährigen Mitgliederversammlung zusammen. Die LAG Selbsthilfe NRW ist ein Zusammenschluss von aktuell 137 Gruppen und Verbänden der Selbsthilfe. Sie bündelt die Interessen ihrer Mitglieder in politischen Gremien und stellt damit einen Motor der Inklusion dar. Denn nur Menschen mit Behinderungen und/oder chronischen Erkrankungen selbst können als „Expert*innen in eigener Sache“ sagen, was sie benötigen, um an der Gesellschaft teilhaben zu können. So treiben sie wichtige Veränderungen und damit den Inklusionsprozess voran.

Die LAG SELBSTHILFE NRW initiiert innovative eigene Projekte, z.B. zur politischen Beteiligung von Menschen mit Behinderung / chronischer Erkrankung in Städten und Kreisen. Sie engagiert sich auch als Trägerorganisation, z.B. von neun EUTBs oder dem KSL Münster. Auch das NetzwerkBüro ist juristisch gesehen ein Projekt in Trägerschaft der LAG SELBSTHILFE NRW. Deshalb haben wir den Tag hautnah miterlebt und zudem unsere Arbeit aus 2018 kurz vorgestellt.

Zuvor stellte am Vormittag die Juristin Anja Bollmann unter dem Motto „Selbsthilfe als Motor der Inklusion“ Beteiligungsmöglichkeiten von Menschen mit Behinderung vor. Das BTHG soll die Teilhabe- und Selbstbestimmungsmöglichkeiten von Menschen mit Behinderung vergrößern. Ihre Mitsprache bei der Umsetzung ist deshalb ein wichtiges Ziel. So beantworten Expert*innen auf www.umsetzungsbegleitung-bthg.de Fragen rund um das BTHG, wie zum Beispiel zum Teilhabeplan-Verfahren. Auch eigene Erfahrungen oder Kritik können hier mitgeteilt werden. All das fließt ein in die Auswertung des BTHG und seiner Umsetzung.

Auch in NRW ist die Selbsthilfe von Menschen mit Behinderung in die Umsetzung des BTHG eingebunden. So wurde seit letztem Herbst verhandelt, welche Leistungen in welcher Qualität in NRW künftig bezahlt werden. Darüber wird dann ein Vertrag, ein „Landes-Rahmen-Vertrag“, abgeschlossen. Früher diskutierten die „Leistungs-Erbringer“ und die „Leistungs-Träger“, die später die Leistungen bezahlen, diese Fragen allein. Seit letztem Herbst waren erstmalig Vertreter*innen der Selbsthilfe, auch aus dem Netzwerk, daran beteiligt. Sie durften zwar nicht entscheiden, konnten aber zumindest ihre Sichtweise vorstellen. Dass ihnen auch zugehört wurde, berichten die Vertreterinnen der Selbsthilfe, darunter auch unsere Netzwerk-Sprecherinnen.

Wer den Artikel bis hier gelesen hat, merkt schon: Beteiligung ist keine leichte Sache und der Motor der Inklusion braucht viel Energie. Wir freuen uns deshalb über Unterstützung und weitere Mitstreiterinnen!

Auf Facebook teilen

Mit den Frauen sprechen:

Das Netzwerk beim Tag der Begegnung

Viele Menschen sitzen und stehen draussen, jubeln und klatschen in die Hände.
Begeisterung vor einer der vielen Bühnen auf dem Tag der Begegnung

Das Netzwerk war beim diesjährigen "Tag der Begegnung", den der LVR in Köln ausgerichtet hat. Das NetzwerkBüro hat dazu jetzt einen kleinen Film erstellt und auf Facebook eingestellt. Darin erklären wir, warum eine Veranstaltung wie der "Tag der Begegnung" für uns als Netzwerk so wichtig ist. Wir hatten in diesem Jahr keinen Stand, sondern haben uns selbst auf den Weg gemacht. Wir haben Stände besucht und uns informiert, aber auch Frauen unsere Info-Karte gegeben und damit das Gespräch gesucht. Manche wollten gern direkt weiteres Informationsmaterial, andere haben uns ihre Adresse gegeben, und dritte von sich erzählt. Begegnung und Austausch mit unterschiedlichen Frauen brauchen wir aus vielen Gründen: Wir bekommen mit, ob es neue Themen, Probleme oder Fragestellungen gibt. Natürlich können wir uns auch neuen Frauen vorstellen und sie ins Netzwerk einladen.

Aus diesen Gesprächen haben wir z.B. gelernt, mit welchen Schwierigkeiten viele Frauen mit Behinderung im Alltag noch immer zu kämpfen haben.  So war zum Thema Gewalt der Bericht einer jungen Mutter mit fortschreitender Erkrankung sehr eindrücklich. Sie hatte sich informiert über die regional verfügbaren Frauenhausplätze. Weil sie aber keinen Platz in einem Frauenhaus finden konnte, wo sie mit ihrem Assistenzbedarf hätte unterkommen können, ist sie dann doch zuhause wohnen geblieben.

Vor nun 20 Jahren wurde der "Tag der Begegnung" initiiert, nachdem ein Gericht Beschwerden von Nachbarn Recht gegeben hatte, die sich von Menschen mit Behinderung gestört fühlten, und den Menschen mit Behinderung stattdessen regelmäßigen Hofgang empfahl. Seitdem sind 20 Jahre vergangen. Vor zehn Jahren ist auch in Deutschland die UN BRK in Kraft getreten, wir haben ein Bundes-Teilhabegesetz und es hat sich Vieles verbessert. Wir können aber längst noch nicht von Gleichberechtigter Teilhabe sprechen – dazu brauchen wir noch mehr Kämpfe und Anstrengungen. Einmal im Jahr ein schönes Fest auf dem Rheinufer – das ist nur ein Boxenstopp.

Hier geht es zu unserem kleinen Filmbeitrag auf Facebook.

Auf Facebook teilen

Deine Stimme für Europa

Europa zwischen Kulturaustausch und Einsamkeit

Unsere Sprecherin Gertrud Servos spricht vor Publikum über die Europawahl.
Vorbereitung auf die Europa-Wahl in einer Einrichtung im LVR-HPH Netz West

Kurz vorm Wahlsonntag sprachen wir mit unserer Sprecherin Gertrud Servos, zugleich Vorsitzende des Landesbehindertenrates, über die Europawahl. Was kann Europa verbessern und was kann es nicht? Gertrud gab zwei Beispiele.

Europa kann das Kennenlernen von Menschen aus verschiedenen Ländern fördern, z.B. durch Austauschprogramme.

Ein sehr erfolgreiches Programm für viele junge Leute ist Erasmus. Über das Erasmus-Projekt werden Studierende oder Auszubildende unterstützt, die für ein paar Monate Jahr ins Ausland gehen wollen. Sie können an einer Hochschule im Ausland studieren und Sprache und Kultur des Gastlandes kennenlernen.

Gertrud Servos: „Bislang können z.B. die Student*innen mit Behinderung, die Pflegebedarf haben und Pflegeleistungen beziehen, die Möglichkeiten von Erasmus nicht nutzen. Ich habe in den letzten Wochen mit Kandidat*innen für das Europäische Parlament darüber gesprochen. Sie haben versprochen, dass sich das ändert. Künftig soll der Pflegebedarf kein Hindernis mehr sein!“

Europa kann nicht persönliche Probleme vieler Einzelner verändern, wie z.B. die Einsamkeit.

Der Landesbehindertenrat ist in die letzten Wochen in verschiedene Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen gegangen und hat über die Europawahl informiert.

Gertrud Servos: „Wir haben erklärt, wie die Wahl funktioniert und welche Hilfsangebote es gibt, damit auch Menschen mit Behinderungen wählen können. Dann haben wir Probewahlen durchgeführt. Was uns dabei überrascht hat: Unter den drei Parteien mit den meisten Stimmen war eine Partei mit dem Wort ‚Familie‘ im Namen. Die behinderten Menschen haben immer wieder gesagt, dass sie die gewählt haben, weil sie gern selbst Familien hätten und einsam sind. Das fand ich sehr traurig. Und das ist eines der Probleme, die Europa eben nicht lösen kann“.

Aber auch um die „europäischen“ Probleme lösen zu können, müssen viele Menschen wählen gehen. Wir hoffen, auch ihr geht am Sonntag zur Wahl!

Auf Facebook teilen

Amtssprache verständlich machen

Vortrag in Leichter Sprache

Was ist das Gegenteil von Leichter Sprache? Die Sprache der Verwaltung. Das hören wir zumindest oft in Gesprächen. Anträge oder Bescheide zu verstehen, ist für niemanden einfach. Bei Behörden oder Ämtern kann aber jedes Missverständnis ärgerliche Folgen haben. Es kann Zeit kosten oder zum Verlust von Geld und anderen Leistungen führen. Wir freuen uns deshalb über jede Verwaltung, die versucht, auch Leichte Sprache zu nutzen.

So hat in der letzten Woche unsere Kollegin Antje Brandt beim Seminar mit Gisela Holtz vom Netzwerk Leichte Sprache in Recklinghausen einen Vortrag zur Leichter Sprache gehalten. Eingeladen hatte die Behindertenbeauftragte der Stadt Recklinghausen Barbara Ehnert. 17 Frauen und Männern aus der Stadtverwaltung sind gekommen. Sie haben schon vorher Texte in Amtssprache eingereicht wie zum Beispiel Einladungen oder Pressemitteilungen.

Nach Antje Brandts Vortrag über Vorteile der Leichten Sprache und die wichtigsten Regeln wurden Texte gemeinsam übersetzt. Anschließend hat eine erfahrene Prüferin die neuen Texte auf Verständlichkeit geprüft. Ein wichtiges Kriterium Leichter Sprache ist es nämlich, dass Menschen mit Lernschwierigkeiten die Texte tatsächlich verstehen. Verblüfft waren die Teilnehmenden, dass trotz der von ihnen vereinfachter Sprache in ihren Texten immer noch Stolpersteine zu finden waren. „Leichte Sprache ist ganz schön schwer“, betont Antje Brandt, die im NetzwerkBüro für Beratung zu Leichter Sprache verantwortlich ist. „Aber je einfacher die Sprache, desto besser können sie alle verstehen. Und nur wer seine Rechte lesen und verstehen kann, kann diese auch einfordern!“

Auf Facebook teilen

Minister Laumann im Gespräch mit dem Netzwerk

Selbstbewusstsein stärken – frühen Eintritt in den Arbeitsmarkt fördern

Netzwerk-Sprecherin Gertrud Servos
Netzwerk-Sprecherin Gertrud Servos

In der Woche vor Ostern waren Vertreterinnen des Netzwerks „Frauen und Mädchen mit Behinderung / chronischer Erkrankung NRW“ zu einem ersten Gespräch mit Minister Karl-Josef Laumann nach Düsseldorf eingeladen. Seit Gründung des NetzwerkBüros, das seit 1996 die Arbeit der ehrenamtlichen Netzwerk-Frauen unterstützt, war dieses aus Frauen-/Gleichstellungs-Mitteln gefördert worden. Seit September 2018 sind wir nun dem Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales zugeordnet – Grund genug, um uns vorzustellen.

Eingangs haben wir unsere Arbeitsstruktur erläutert und über die politische Vertretung auf Landesebene gesprochen. Auch der Arbeitsalltag des NetzwerkBüros war Thema, mitsamt konkreten Beispielen: Was bedeutet unsere Lotsenfunktion? Wie gehen wir vor gegen Gewalt? Warum finden Frauen mit Behinderung besonders schlecht Zugang zum Arbeitsmarkt? Minister Laumann war interessiert, kenntnisreich und fragte sehr konkret nach. 

Besonders anregend für die künftige Arbeit fanden wir diese drei Gesprächsthemen, die wir euch hier kurz schildern:

Selbstbewusstsein stärken

Mädchen und Frauen brauchen viel innere Stärke. Nur so können sie ihre Interessen trotz Behinderung oder chronischer Erkrankung durchsetzen und sich behaupten. Diese Stärke zu entwickeln und zu bewahren, ist oft schwer und braucht Unterstützung. Was können wir hierzu beitragen, auch über unsere eigenen Empowerment-Angebote hinaus?

(Junge) Frauen möglichst früh in den allgemeinen Arbeitsmarkt bringen

Oft weisen wir ja darauf hin: Für ein gutes Leben und gesellschaftliche Teilhabe bietet noch immer Erwerbsarbeit im allgemeinen Arbeitsmarkt eine wichtige – wenn nicht gar die beste – Voraussetzung. Wo können wir ansetzen, um (junge) Frauen auf diesem Weg zu unterstützen? Und was ist mit den Frauen, denen der allgemeine Arbeitsmarkt versperrt bleibt?

Die existierenden Vorhaben oder Programme stärker nutzen

Beispiel 1: Der Koalitionsvertrag verspricht, „bei Neueinstellungen im Landesdienst insgesamt einen jährlichen Anteil Schwerbehinderter von fünf Prozent“ zu erreichen.

Beispiel 2: Seit Herbst 2017 soll das Berufsorientierungsprogramm für Schüler*innen mit (Schwer-)Behinderung „Kein Abschluss ohne Anschluss – Schule trifft Arbeitswelt (KAoA-Star)“ Wege in Betriebe eröffnen.

Wie können wir dazu beitragen, dass (junge) Frauen solche Möglichkeiten nutzen, dass sie sich bewerben und Stellen, Beratung sowie Förderung aktiv einfordern?

Wir bedanken uns für das anregende Gespräch und freuen uns auf das nächste Zusammentreffen.

Auf Facebook teilen