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Aktuelles

Von Landtagswahl bis Ukraine

Infobrief zum Frühling

ein Ausschnitt von dem Titelbild vom Infobrief: Infobrief 01/2022 "Liebe Netzwerk-Frauen"  Dazu sieht man ein Kreis mit der Aufschrift: Landespolitik 2022 und das Logo vom Netzwerk NRW
Titelbild vom Infobrief 01/2022

Post vom Netzwerk Frauen und Mädchen mit Behinderung / chronischer Erkrankung NRW.

In dem Infobrief berichten wir über die Landtagswahlen und geben Fragen mit, die ihr mit zu Wahlveranstaltungen nehmen könnt.

Hier könnt ihr den Infobrief als PDF-Datei herunterladen:  

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Presse-Mitteilung: Digitale-Jetzt-Tage

Netzwerk Sprecherin Claudia Seipelt Holtmann erklärt die Dringlichkeit von Veränderungen. Daneben sitzt Netzwerk Sprecherin Gertrud Servos.

Zum europäischen Protesttag zur Gleichstellung der Menschen mit Behinderungen am 5. Mai fordert das Netzwerk Frauen und Mädchen mit Behinderungen / chronischer Erkrankung NRW (Netzwerk NRW) mehr und schnellere Verbesserungen in allen Lebensbereichen. „Viele Kritikpunkte haben wir schon vor 25 Jahren geäußert, aber die jungen Frauen sind teils noch mit denselben Problemen konfrontiert wie wir damals,“ sagt Netzwerk-Sprecherin Gertrud Servos.

Unsere Zeit ist: JETZT! - unter diesem Motto greift das Netzwerk NRW in einer digitalen Veranstaltungsreihe die manchmal teils unzumutbare frauenärztliche Versorgung von Frauen mit Behinderung auf. Bei den digitalen JETZT!-Tagen vom 31. Mai bis zum 3. Juni 2022 geht es darüber hinaus um zwei weitere wichtige Themen: um neue Zugänge zu Arbeit und um Leichte Sprache - im Alltag und in der politischen Diskussion.

Weitere Informationen und Anmeldung bis zum 25. Mai an info@netzwerk-nrw.de

Die ganze Pressemitteilung könnt ihr hier herunterladen:

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Ausmalvorlage zum Protesttag am 5.Mai 2022

Hier könnt ihr die Hand zum Ausmalen herunterladen.

Die Hand könnt ihr ausdrucken, ausmalen und auch Forderungen oder Wünsche hineinschreiben. 

Wenn ihr wollt, schickt uns euer Bild gerne bei Facebook, Instagram oder mehr Mail an Info@netzwerk-nrw.de 

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Neue Website www.hilfsabfrage.de gestartet!

Barrierefreier Transfer und barrierefreie Unterkünfte für geflüchtete Ukrainer mit Behinderung!

Anlaufstelle für Organisationen: Barrierefreie Hilfe für geflüchtete Ukrainer*Innen mit Behinderung! Die Hintergrundfarben sind blau und gelb. Man sieht in der Mitte zwei Frauen mit Gehhilfen und Rollator.

Unten findet ihr eine ukranische und eine russische Version des Textes. Українська версія нижче! Русская версия ниже!

Immer mehr behinderte Menschen flüchten aus der Ukraine.
Zum Glück gibt es für sie auch immer mehr Angebote in Deutschland.
Hilfsorganisationen wollen sich besser austauschen und Information sammeln.
Darum haben diese Organisationen für Menschen mit Behinderung die Webseite www.Hilfsabfrage.de erstellt.

Hier können deutsche Organisationen ihre Angebote eintragen:

  • Hier gibt es Wohnmöglichkeiten ohne Barrieren.
  • Hier sind barrierefreie Fahrten geplant und wir haben noch Platz.

So kann eine Organisation aus Deutschland, der Ukraine oder ihren Nachbarländern nachschauen:

  • Wo gibt es noch barrierefreie Wohnplätze für geflüchtete Menschen mit Behinderung?
  • Wann können Menschen mit Behinderung sicher nach Deutschland gefahren werden?

Wir finden: Das ist ein gutes Beispiel für ein nützliches Netzwerk!

Kennt ihr eine Organisation, die Hilfe für behinderte Menschen aus der Ukraine sucht?
Weist bitte auf die Webseite hin: www.hilfsabfrage.de

Noch steht auf der Seite alles auf Deutsch. Wir hoffen, dass sich das noch ändert.

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Безбар'єрна допомога (житло та транспорт) для переселенців з інвалідністю!

Багато інвалідів тікають із України.
Німецькі організації можуть розміщувати свої пропозиції щодо безбар'єрного транспорту або житла
на новому веб-сайті www.Hilfsabfrage.de,
а закордонні організації можуть шукати конкретно:

Є варіанти житла без бар'єрів.
Тут плануються безбар'єрні поїздки та місця ще є.

Допоможіть розповсюдити цей огляд!
(Увага: все на сайті пока тільки німецькою мовою.)

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Безбарьерная помощь (жилье и транспорт) для переселенцев с инвалидностью!

Многие инвалиды бегут из Украины.
Немецкие организации могут размещать свои предложения по безбарьерному транспорту или жилью
на новом веб-сайте www.Hilfsabfrage.de,
а зарубежные организации могут искать конкретно:

  • Есть варианты жилья без барьеров.
  • Здесь планируются безбарьерные поездки и места еще есть.

Помогите распространить этот обзор!
(Внимание: все на сайте по-прежнему только на немецком языке.)

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Hilft beim Kontakt in ukrainischer Gebärdensprache, Ukrainisch und Russisch

Nützliche Sätze für die Begegnung mit geflüchteten Frauen

Unterm Netzwerk-Logo steht "Wie kann ich helfen?" in Ukrainisch, Deutsch, Russisch . Darunter steht: Liste nützlicher Sätze  - in ukrainischer Gebärdensprache mit Verweis auf ein Video -  in Ukrainisch und Russisch - in deutscher Übersetzung

Während wir mit Schrecken auf die Ukraine schauen, hören wir von den Verständigungsprobleme der geflüchteten Frauen, z.B.:

  • Viele ältere Frauen können kaum lateinische Buchstaben lesen;
  • gerade sorgen sich viele Menschen um gehörlose Flüchtende.

Wir haben deshalb eine Übersetzungshilfe erstellt, ursprünglich zu einem kurzen ukrainischen Gebärdensprachvideo zum Thema "Begegnungssituationen". Sie enthält eine Liste mit Begrüßungen und Fragen für den ersten Kontakt, mit Menschen, die Ukrainisch, ukrainische Gebärdensprache oder Russisch sprechen. Außerdem findet ihr einen Link zu dem Video. Achtung: Das Video hat keinen Ton.

In der Liste haben wir die Anfangzeiten jeder Gebärde eingetragen, so dass ihr ganz einfach bei der entsprechend angegebenen Minute die ukrainische Gebärde zum Begriff/Satz anschauen könnt. Die Begriffe und Sätze haben wir auf Ukrainisch, in Umschreibung, Deutsch, Russisch und da ebenfalls mit Umschreibung angegeben.
Außerdem haben wir die ukrainischen und russischen Sätze noch mal in eine gesonderten Liste gepackt, für euch zum leichteren Herauskopieren. Ihr könnt sie ganz einfach bei google-translate hereinkopieren und euch dort die Aussprache vorspielen lassen, in Ukrainische oder Russisch (für ältere Menschen aus der Ostukraine). Auch dazu gibt es einen Link.

Wir freuen uns, wenn ihr diese kleine Hilfe nutzt und verbeitet!

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Stellungnahme zum internationalen Frauentag 2022

Netzwerk NRW fordert: Ukrainer*innen mit Behinderungen unterstützen und stabilisieren!

Oben sieht man die ukrainische Nationalflagge. Darunter steht in blau auf gelben Hintergrund: Zum internationalen Frauentag 2022: Ein gezeichnete Frau im Rollstuhl ruft "Solidarität!"

"Menschen mit Beeinträchtigung, Mädchen und Frauen, Jungen und Männer, brauchen in Krieg und Flucht besonderen Schutz, aber wir sind in Gedanken bei allen ukrainischen Frauen (und Männern) in ihrer ganzen Vielfalt," sagte Netzwerk-sprecherin Claudia Seipelt-Holtmann.

 Das Netzwerk NRW lädt deshalb am 8. März besonders ein zur Solidarität mit

  • den Frauen in den großen Institutionen, abgeschnitten von der Außenwelt und im Ungewissen über das Schicksal ihrer Familien,
  • den Frauen in den belagerten, bombardierten oder eingenommenen Städten, die die Schutzräume kaum erreichen oder verlassen können, die auf Pflege, Therapie oder Medikamente verzichten müssen,
  •  den Frauen auf der Flucht, oft zusammen mit Kindern oder Verwandten,
  •  Frauen, die in fremden Orten im Ausland angekommen sind, zwar in Sicherheit, aber ohne Kenntnisse der Sprache, ohne eigene Perspektive und im Ungewissen um das Schicksal der Zurückgebliebenen.

Das Netzwerk von Mädchen und Frauen mit Behinderung / chronischer Erkrankung in NRW will nicht nur auf die Lage der ukrainischen Frauen mit Behinderung aufmerksam machen, sondern fordert zum Frauentag zugleich, ihre Situation bei der Bereitstellung von Hilfsangeboten zu berücksichtigen.

In der aktuellen Notsituation fordert das Netzwerk NRW neben barrierefreien Unterkünften auch alle benötigten Hilfsmittel sowie psychologische Unterstützung in Ukrainisch und Russisch, dabei auch in Leichter Sprache oder Gebärdensprache. Zugleich fordert das Netzwerk NRW schon jetzt eine schnelle Bereitstellung von Sprachkursen, Kinderbetreuungs- und Arbeitsplätzen zur Unterstützung der psychischen Stabilität.

Die gesamte Pressemitteilung könnt ihr auch auf Ukrainisch und Russisch hier herunterladen. Wir würden uns freuen, wenn ihr sie teilt: 

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Aktivistinnen mit Behinderung tanzen auch in NRW gegen Gewalt!

Netzwerk NRW fordert zur Tanzaktion „One Billion Rising“ mehr inklusiven Gewaltschutz

One Billion Rising 2022: Verschiedene Bilder vom Netzwerk-Infostand und aus der Stubengasse in Münster.   In der Mitte der Bilder sieht man den Sistas-Aufkleber: "Gemeinsam sind wir laut gegen Gewalt"

 

Am 14. Februar, dem Valentinstag und Tag der Tanzaktion gegen Gewalt „One Billion Rising“ weist das Netzwerk Frauen und Mädchen mit Behinderung / chronischer Erkrankung NRW (Netzwerk NRW) auf die weiter geringe Zahl barrierefreier Frauenhausplätze in Nordrheinwestfalen hin.

„Unsere Prüfung zeigt, dass am heutigen Valentinstag in ganz NRW nur 2 freie barrierefreie Frauenplätze zur Verfügung stehen“, erklärt Claudia Seipelt Holtmann, Sprecherin des Netzwerks. „Viele Frauen mit Behinderung sind weiter vom Gewaltschutz-System ausgeschlossen.“


Das Netzwerk NRW kritisiert, dass Frauen mit Behinderung trotz ihres erhöhten Gewaltrisikos kaum Unterstützung und Hilfe erhalten. Auf drei Forderungen weist der ehrenamtliche Zusammenschluss von Frauen mit Behinderung in diesem Jahr besonders hin:

  • Der Gewaltschutz muss in den Städten und Gemeinden erstens generell inklusiver werden.
  • Zweitens: Auch müssen Frauen in Einrichtungen gezielt angesprochen werden. 
  • Drittens: Die Situation von Frauen mit psychischer Beeinträchtigung aufgreifen: Ihnen ist nämlich Beeinträchtigung nicht anzusehen, aber trotzdem brauchen sie gezielte Beratung und Hilfe.

In ganz NRW beteiligen sich auch in diesem Jahr Frauen mit Behinderung an der Tanzaktion gegen Gewalt „One Billion Rising“, ob auf der Straße oder digital. Beim One Billion Rising in Münster, dem Standort des NetzwerkBüros, verteilen Aktivistinnen stellvertretend Aufkleber und Postkarten und laden ein zu gemeinsamen Aktionen

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Reform des SBG VIII für die Inklusive Mädchen*arbeit nutzen

Der AK Mädchen*Arbeit Inklusiv lädt ein zum digitalen Fachgespräch über die SGB VIII-Reform. Man sieht verschiedene Logos: Netzwerk NRW, LAGAM NRW und Fachstelle interkulturelle Mädchenarbeit NRW

 

Einladung zum digitalen Fachgespräch

Die 2021 beschlossene Reform des SGB VIII, soll mit dem Kinder- und Jugendstärkungsgesetz den Grundstein für eine inklusive Jugendhilfe bilden. Das war mit dem Anliegen, die inklusive Mädchen*arbeit zu fördern und damit den Ist-Zustand zu verändern, Anlass für die Gründung NRW-Arbeitskreises Inklusive Mädchen*arbeit. Das Ziel: Durch Begleitung des Umsetzungsprozesses den Austausch zwischen der Jugend- und Behindertenhilfe zu intensivieren.

Ein digitales Fachgespräch soll die fachliche Grundlage bilden, um die grundlegenden Veränderungen und Auswirkungen der Reform zu verstehen. Das Netzwerk Frauen und Mädchen mit Behinderung / chronischer Erkrankung NRW und die LAG Autonome Mädchenhäuser/ feministische Mädchenarbeit NRW e.V. / Fachstelle Interkulturelle Mädchenarbeit NRW laden ein zum Gespräch

am 23.02.2022 von 10 bis 13 Uhr, per Zoom.

Den fachlichen Input gibt Monika Feist-Ortmanns, M.A., Leiterin der wissenschaftlichen Begleitung zum Dialogprozess der SGB VIII-Reform und stellvertretende Direktorin des Instituts für Kinder- und Jugendhilfe (IKJ). Im Anschluss an den Vortrag gibt es Zeit für Nachfragen und Austausch.

Moderiert wird die Veranstaltung von Elena Doudis, Projektreferentin im NetzwerkBüro Frauen und Mädchen mit Behinderung / chronischer Erkrankung NRW und Expertin für inklusive Vernetzung.

Ehrenamtliche oder hauptberuflich Interessierte aus Jugendhilfe und Jugendarbeit können sich noch bis 16.2.2022 anmelden an lagam@web.de, und auch Hinweise zu ihren Unterstützungsbedarfen geben

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inklusives Erinnern zum Gedenktag der Opfer des Nationalsozialismus

Auf der rechten Seite ist eine rothaarige Frau Brille zu sehen. Links ist in weißer Schrift vor lila zu lesen: Erinnern bedeutet: die Opfer beim Namen nennen, auch behinderte Kinder / Erwachsene als Opfer von Zwangssterilisation, Selekti

27. Januar 2022
= 77 Jahre Befreiung von Auschwitz

ein symbolischer Gedenktag, an dem aller Opfer des NS Regimes gedacht wird, sie waren Opfer wegen ihrer politischen Haltung,
ihres Glaubens,
ihres Geschlechtes,
ihrer sexuellen Orientierung,
ihrer Herkunft,
ihrer Behinderung
oder galten als "asozial"

Der Mord geschah auf verschiedene Weise

- durch Verhungern
- durch medizinische Versuche
- Erschießen
- durch "Vergasen" mit Kohlenmonoxid oder
Xyklon B, ein Pflanzenvernichtungsmittel
produziert durch die Firme Bayer und BASF

Allen Verbrechen geht eine sehr gut organisierte Planung voraus, an der die gesamte Infrastruktur und alle politischen Ebenen des Landes beteiligt sind und widerspruchslos teilnehmen, da beruflicher Aufstieg versprochen wird.

Ermordung der Juden...
geplant und organisiert durch die
Wannseekonferenz am 20. Januar vor 80 Jahren

Zwangssterilisation:


Grundlage: Schrift von Juristen Karl Binding und dem Mediziner Alfred Hoche "Die Freigabe zur Vernichtung lebensunwertem Leben" (1920)
Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses vom 14.07.1933
(hierunter wurde jede angeborene oder vermutete Krankheit erfasst, da genaue Diagnosen weder möglich noch erwünscht waren)


Aktion T4 August 1939:


systematische Ermordung behinderter Menschen aus Anstalten, etwa 200.000 aus Psychiatrie,
50.000 aus übrigen Kliniken
50.000 behinderte Kinder, die zu Hause lebten, in
40 Kinderfachabteilungen.
300.000 Kinder
Die Angehörigen mussten die Kosten der Fahrt, Unterkunft, Verpflegung,"Behandlung" und "Bestattung" des Opfers bezahlen.
Die Ermordung eines Kindes kostete im Durchschnitt 5,75 RM

3. August 1943 Predigt des Bischofs Kardinal von Gahlen in Münster:


er wendet sich gegen den Abtransport von Menschen aus der Psychiatrie Marienthal (Münster) von jetzt an werden die Menschen nicht mehr durch die grauen Busse abgeholt, sondern, wenn möglich schon in den Kliniken ermordet - aber das Töten geht weiter...

Was lernen WIR HEUTE daraus?

- Die NSDAP und Adolf Hitler wurden
demokratisch gewählt
- Das Personal der Verwaltung und Bürokratie
zeigte nur selten Zivilcourage und
demokratisches Verhalten

also: Augen und Ohren auf!
sagt NEIN und wehret den Anfängen!!!




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Anhörung im Landtag NRW zeigt u.a. Alltäglichkeit der Übergriffe

Wohn- und Teilhabegesetz muss auch sexualisierte Gewalt benennen

Claudia Seipelt-Holtmann, links mit blondem Zopf und rotem Pullover, unterhält sich mit Getrud Servos, rechts mit roten halblangen Haaren und im Blazer in den Räumen des Landtags. Beide sitzen an Tische voller Unterlagen und sind getrennt durch Plexiglass
Die Netzwerk-Sprecherinnen letztmals persönlich bei einer Anhörung im Landtag, Dezember 2020

„Sexualisierte Gewalt muss im Wohn- und Teilhabegesetz NRW künftig benannt werden,“ das war eine der Forderungen des Netzwerks Frauen und Mädchen mit Behinderung / chronischer Erkrankung NRW zur gestrigen Anhörung im Landtag NRW.

Die Stärkung des Gewaltschutzes war eines der Ziele der Überarbeitung des Wohn- und Teilhabegesetzes NRW (WTG).  Ein wichtiger Anlass: die fortgesetzten Übergriffe im Wittekindshof, die vor einem Jahr der breiten Öffentlichkeit bekannt geworden waren. Eine Expert*innen-Kommission hatte Empfehlungen formuliert, die sich teils bereits im Gesetzentwurf wiederfinden. 

Neben dem Themenkomplex der freiheitsbegrenzenden Maßnahmen geht es im WTG-Entwurf erstmals auch um den Gewaltschutz in Werkstätten. „Wir begrüßen dies als Beitrag zu einem verbesserten Gewaltschutz, fordern aber weiter die Öffnung der Einrichtungen zur Gewalthilfestruktur vor Ort“, erklärte Netzwerk-Sprecherin Gertrud Servos. Das Netzwerk NRW fordert außerdem Frauenbeauftragte in Wohneinrichtungen oder die Benennung der Istanbul-Konvention im künftigen WTG. „Die Istanbul-Konvention bietet den rechtlichen Rahmen, den Schutz vor häuslicher Gewalt auch in Wohneinrichtungen umzusetzen, und sollte deshalb zusätzlich zur UN-Behindertenrechts-Konvention und zum Inklusionsgrundsätze-Gesetz NRW klar als Grundlage benannt werden,“ so Gertrud Servos.

Neben den Vertreter*innen der Gemeinden und Kreise war auch die Selbstorganisation vertreten. Die Vertreterin der Werkstatträte zeigte auf, dass übergriffiges Verhalten schon mit dem ungefragten Duzen Gewaltschutz. Ein Elternvertreter fand deutliche Worte für die Ohnmacht vieler Bewohner*innen und ihrer Angehörigen angesichts fehlender Plätze, die einen Wechsel unmöglich machten. 

„Das Thema Gewaltschutz hat enorm an Bedeutung gewonnen“, so Sprecherin Claudia Seipelt-Holtmann. „Wir fordern aber weiterhin, das erhöhte Gewaltrisiko von Frauen mit Behinderungen ernst zu nehmen und gezielte Maßnahmen gegen sexualisierte Gewalt ins Gesetz zu schreiben!“

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