Projekte

  • LauterStarke FrauenProjekt zur Prävention und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen mit Behinderung und chronischer Erkrankung
  • Depressionen und psychosomatische Störungen bei Behinderung/chronischer Erkrankung als Thema im Fokus der SelbsthilfeDepressionen und psychosomatische Störungen bei Behinderung/chronischer Erkrankung im Fokus der Selbsthilfe unter genderspezifischen Aspekten

Netzwerk

Die Sprecherinnen des Netzwerks

Sprecherin des Netzwerks Frauen mit Behinderung/chronischer Erkrankung NRW: Gertrud Servos

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Mein Name ist Gertrud Servos. Ich wurde körperbehindert geboren.

1969 begann meine ehrenamtliche Arbeit im Reichsbund, dem heutigen SoVD. Dort baute ich die integrative Jugendarbeit in den INTEG-Jugendgruppen mit auf und war hier auf Orts- und Landesebene in unterschiedlichen Funktionen tätig. Ein Jahr später trat ich in die SPD ein und war auch dort in unterschiedlichen Gremien tätig.
Regelmäßige Angebote und Gesprächskreise für Menschen mit Behinderungen bot ich ab 1981 in Neuss im Rahmen der Erwachsenenbildung im Willi-Graf-Haus an.
20 Jahre engagierte ich mich außerdem (1984 – 2004) für das Kinder- und Jugendtelefon des Deutschen Kinderschutzbundes in Neuss, bildete dort andere ehrenamtliche MitarbeiterInnen aus und führte Supervisionen durch.
1989 wählte man mich als Kreistagsabgeordnete Rhein-Kreis Neuss mit den Schwerpunkten Gesundheit, Soziales und Finanzen. Zwei Jahre später wurde ich Mitglied bei der AWO Neuss e.V., deren Vorsitzende ich seit 2004 bin. Seit 1994 bin ich ebenfalls Mitglied der Landschaftsversammlung des LVR.
1995 begründete ich zusammen mit verschiedenen anderen Frauen das Netzwerk Frauen und Mädchen mit Behinderung/chronischer Erkrankung NRW mit, bin dort Sprecherin und vertrete als solche das gesamte Netzwerk. Außerdem bin ich im Netzwerk Verantwortliche des Arbeitskreises „Gesundheit“.
Eine Arbeitsgruppe zum Thema „Menschen in Werkstätten“ leite ich auch, bin Mitglied im Arbeitskreis „Frauen in Not“, vertrete meine MitstreiterInnen im Landesbehindertenrat und bin berufenes Mitglied im Beirat der Behindertenbeauftragten des Landes NRW, Frau Angelika Gemkow.
Seit 2000 habe ich den stellvertretenden Vorsitz der SPD im Rhein-Kreis-Neuss.

Mein Motto lautet:
„Die Belange von Menschen mit Beeinträchtigungen sind Rechte von Bürgerinnen und Bürgern, die im Grundgesetz verankert sind und im Alltag umgesetzt werden sollen.“

 

2. Sprecherin des Netzwerks Frauen und Mädchen mit Behinderung/chronischer Erkrankung NRW: Claudia Seipelt-Holtmann

Claudia Seilpelt-Holtmann

Mein Name ist Claudia Seipelt-Holtmann. Ich bin Diplom-Sozialpädagogin und lebe mit meinen 2 großen Kindern in Düsseldorf. Das Netzwerk habe ich 1995 mitgegründet und bin seitdem dort ehrenamtlich aktiv. Meine Schwerpunktthemen sind Mütter mit Behinderung und die Umsetzung der Teilhaberechte von Frauen mit Behinderung.

Durch meine körperliche Behinderung (spastische Diplegie) habe ich mich in den verschiedenen Phasen meines Lebenslaufs (Schule, Ausbildung, Beruf) immer für ein generelles Teilhaberecht als Selbstverständlichkeit eingesetzt. Hierbei ist mir ein achtsamer Umgang mit unseren körperlichen Ressourcen sehr wichtig, ohne unser Selbstwertgefühl zu verletzen. Das bedeutet für mich einen selbstverständlichen Umgang mit meinen Grenzen und Möglichkeiten. Diese Art von Empowerment und Authentizität möchte ich Frauen mit Behinderung vermitteln.
Seit einigen Jahren habe ich einen Lehrauftrag für das Thema Gender und Behinderung an der Katholischen Hochschule in Münster. Hier bilde ich zukünftige HeilpädagogInnen und SozialarbeiterInnen aus. Auch hier setze ich den Fokus auf die selbstverständliche Teilhabe von uns Menschen mit Behinderung an allen Facetten gesellschaftlichen Lebens - so wie wir sind.

Frauen und Mädchen mit Behinderung / chronischer Erkrankung NRW

In Nordrhein-Westfalen leben etwa 1,2 Millionen Frauen mit Behinderung / chronischer Erkrankung. Bereits 1994 forderten behinderte Frauen in NRW die Gründung eines Netzwerks zur Selbsthilfe und Interessenvertretung auf sozialpolitischer Ebene. Ziel war und ist die nachhaltige Verbesserung der Lebenssituation von Frauen und Mädchen mit Behinderung/chronischer Erkrankung in NRW.

Am 29. April 1995 wurde das Netzwerk Frauen und Mädchen mit Behinderung / chronischer Erkrankung NRW gegründet. Das Netzwerk ist ein offener Zusammenschluss aus organisierten und nicht organisierten Frauen und Mädchen mit Behinderung/chronischer Erkrankung in NRW.

Frauen und Mädchen mit Behinderung/chronischer Erkrankung haben unterschiedliche Vorstellungen davon, wie sie leben möchten. Ebenfalls haben sie unterschiedliche Möglichkeiten, diese Vorstellungen zu verwirklichen. Darin unterscheiden sie sich nicht wesentlich von anderen Frauen in der Gesellschaft. Jedoch sind sie mit gesellschaftlichen Abwertungen – in ihrer Rolle als Frau und als "Behinderte" – konfrontiert. Tatsache ist, dass sich die Situation von Frauen mit Behinderung sowohl von der nicht behinderter Frauen auf der einen, als auch von der behinderter Männer auf der anderen Seite unterscheidet. Ihre gesellschaftliche Benachteiligung wirkt sich in vielen Bereichen aus.

Oberstes Ziel des Netzwerks ist es, die gleichberechtigte gesellschaftliche Teilhabe von Frauen und Mädchen mit Behinderung/chronischer Erkrankung an allen Lebensbereichen zu erwirken, um somit eine nachhaltige Verbesserung der Lebenssituation betroffener Frauen und Mädchen zu schaffen. Denn selbstbestimmte Lebensführung ist für sie noch immer keine Selbstverständlichkeit.

Wirken Sie mit!

Wer darf mitmachen?
"Jede Frau und jedes Mädchen darf sich als behindert definieren, wenn sie sich subjektiv durch ihre Beeinträchtigung behindert fühlt. Und dies auch ohne Anerkennung durch einen Schwerbehindertenausweis." So entwickelten die Frauen und Mädchen in NRW auf der Gründungsveranstaltung des Netzwerks ihr Selbstverständnis.

Die Netzwerkerinnen verstehen unter dem Begriff "behinderte Frau / behindertes Mädchen" diejenigen Frauen und Mädchen, die z. B. mit einer Hör-, Seh-, oder Körperbeeinträchtigung oder einer so genannten geistigen oder psychischen Beeinträchtigung leben. Aber auch die Frauen und Mädchen mit verschiedenen chronischen Krankheiten wie Diabetes, Epilepsie, HIV / AIDS, Krebs, Osteoporose usw. können aktiv an der Netzwerkarbeit mitwirken.

Die ehrenamtlichen Frauen des Netzwerks von Frauen und Mädchen mit Behinderungen/chronischer Erkrankung NRW treffen sich 2 mal im Jahr zu einer Plenumsveranstaltung. Auf diesen Veranstaltungen werden interessante Themen vorgestellt und diskutiert. Die Netzwerkerinnen wählen jedes 2. Jahr auf einer Plenumsveranstaltung eine Koordinatorin, die die Belange behinderter und chronisch kranker Frauen und Mädchen, zusammen mit den Arbeitskreisverantwortlichen des Netzwerks ausarbeitet. Auf den Plenumsveranstaltungen werden Arbeitskreise gebildet, die relevante sozialpolitische Themen über einen langen Zeitraum behandeln und auf Stellungnahmen hinwirken. Die Koordinatorin und die Arbeitskreisverantwortlichen sind über das NetzwerkBüro zu erreichen.